Duma erwägt Verbot von Anzeigen-Platzierungen bei Google

Duma erwägt Verbot von Anzeigen-Platzierungen bei Google
Ein ranghoher Duma-Abgeordneter hat erklärt, dass Russland Werbeanzeigen durch Googles Marketingsysteme blockieren könnte. Dieser Schritt wird in Erwägung gezogen, nachdem der Internetriese bekannt gab, dass er daran arbeite, Inhalte russischer Medien in seinen Suchresultaten zu deklassieren und dem breiten Publikum unzugänglich zu machen.

"Wir möchten uns treffen und alle möglichen Schritte besprechen, um russische Bürger vor gefährlichen Web-Inhalten zu schützen. Wenn das nicht möglich ist, dann lassen Sie uns einfach alle Internet-Anzeigen mit einem legislativen Antrag blockieren. Vielleicht wird dies keine Unternehmen treffen, die im Ausland sitzen, aber es würde sicherlich die russischen treffen", sagte Pjotr Tolstoi, der stellvertretende Sprecher des russischen Unterhauses, auf dem Allrussischen Forum der Jugendmedien.

Abstimmung im russischen Parlament: Heute beschlossen die Abgeordneten, dass ausländische Medien sich in Russland nach Vorbild der USA registrieren müssen.

Wir sind sehr besorgt über die Situation mit den Werbeinformationen in sozialen Netzwerken, die unerwünscht und gefährlich sein können. Wenn globale Konzerne wie Google und Facebook dem US-Kongress erklären, dass sie gute Anzeigen nicht von schlechten und sichere nicht von gefährlichen trennen können, sind wir ebenfalls darüber besorgt."

So zitiert RIA Nowosti den Politiker. Der Abgeordnete stellte fest, dass die jährlichen Gewinne von Google in Russland sich auf etwa 35 Milliarden US-Dollar belaufen. "Das ist vielleicht keine entscheidende Summe für Google, aber ich versichere Ihnen, wenn es um Geld geht, werden unsere Kollegen ihre Prioritäten sehr schnell neu ordnen. Wir werden die Situation beobachten und konsequent sowie hart handeln, denn das betrifft unsere nationalen Interessen und unsere Freiheit", unterstrich er.

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Das Statement Tolstois erfolgte als Antwort auf das Versprechen des Vorstandsvorsitzenden von Googles Muttergesellschaft Alphabet, Eric Schmidt, bestimmte Algorithmen zu "entwickeln", um Inhalte aus russischen Massenmedien wie RT und Sputnik weniger prominent in Googles Suchergebnissen zu machen. "Wir arbeiten daran, solche Seiten aufzuspüren und zu deklassieren – es sind im Grunde RT und Sputnik", sagte Schmidt während einer Fragerunde auf dem Halifax International Security Forum in Kanada am Samstag, als er gefragt wurde, ob Google "russische Propaganda" ermögliche.

Wir sind uns dessen sehr wohl bewusst und versuchen, die Systeme so zu gestalten, dass [sie nicht zu einem breiten Publikum gelangen]. Aber wir wollen die Seiten nicht verbieten – so arbeiten wir nicht",

fügte er hinzu.

RT America musste sich Anfang dieses Monats in den USA als ausländischer Agent registrieren lassen, nachdem das US-Justizministerium dem TV-Sender mit Verhaftungen und Beschlagnahmungen von Eigentum gedroht hat, falls es der Forderungen nicht nachgehe. Als Reaktion darauf hat die russische Staatsduma einen Gesetzentwurf verfasst und verabschiedet, der ausländische Massenmedien anweist, sich als ausländische Agenten in Russland zu registrieren. Am Mittwochmorgen wurde der Gesetzentwurf vom russischen Föderationsrat verabschiedet.