Opernsänger Dmitri Chworostowski ist tot: Ein Weg vom Rock zur Klassik

Opernsänger Dmitri Chworostowski ist tot: Ein Weg vom Rock zur Klassik
Dmitri Chworostowski ist tot: Ein Weg vom Rock zur Klassik
Der russische Opernsänger Dmitri Chworostowski ist im Alter von 55 Jahren in London gestorben. Seit zweieinhalb Jahren litt der weltbekannte Bariton an einem bösartigen Hirntumor. Trotz der schweren Krankheit erfreute er bis zuletzt seine Fans mit seiner einmaligen Stimme, die in rund 40 CDs verewigt wurde.

Der weltberühmte russische Bariton wurde am 16. Oktober 1962 in Krasnojarsk geboren. Sein Talent zum Gesang offenbarte sich, als Dmitri Chworostowski vier Jahre alt war. Sein erster Musiklehrer war sein Vater, der eigentlich kein Musiker von Beruf war. Trotzdem konnte er gut singen und Klavier spielen. Darüber hinaus besaß die Familie eine große Sammlung von Schalplatten. Vater und Sohn gaben gemeinsame Konzerte im engen Bekanntenkreis. Ursprünglich glauben alle, dass Dmitri Chworostowski es zu einem berühmten Pianisten bringen würde. Er selbst zeigte nicht viel Interesse für den Flügel, schwänzte oft den Unterricht in der Musikschule und bekam schlechte Noten.

Dmitri Chworostowski war nach eigenen Angaben ein schwieriger Teenager. Der klassischen Musik war er nicht immer zugetan. Einige Zeit lang sang der Russe in einer Rockband. Dmitri Chworostowskis berufliche Laufbahn als Bariton begann, als er noch studierte. Im Ballett- und Operntheater von Krasnojarsk spielte er in allen wichtigen Aufführungen wie "Jewgeni Onegin", "La Traviata", "Faust", "Pique Dame" und "Jolanthe".

Den internationalen Ruhm erlangte der weißhaarige Bariton nach dem Sieg beim Wettbewerb "BBC Cardiff Singer of the World" im Jahr 1989. Danach sang Dmitri Chworostowski auf den renommiertesten Bühnen der Welt: Royal Opera House in Covent Garden, Teatro alla Scala, Wiener Staatsoper, Metropolitan Opera und Mariinski-Theater.

Im Jahr 1994 zog der Sänger nach London um, kaufte sich dort ein Haus und bekam die britische Staatsbürgerschaft. Trotzdem trat er noch sehr oft in seiner Heimat auf. Ein großer Erfolg war sein gemeinsames Konzert mit der Operndiva Anna Netrebko auf dem Roten Platz im Juni 2013.  

Im Jahr 2015 wurde dem Sänger in den USA ein Hirntumor diagnostiziert. Der Bariton schöpfte die Kraft, um gegen die Krankheit zu kämpfen, aus seinen Konzerten.

Meine Stimme ist ein Teil meiner selbst, meines Werkes, dem ich diene. Ohne dieses riesige Werk, das mich heute rettet, kann ich nicht leben", sagte der Sänger kurz vor seinem Tod.

Der Bariton hinterließ eine Frau, vier eigene und ein adoptiertes Kind. Im Laufe seines Lebens erschienen 40 CDs mit seinen Konzerten und Opernaufnahmen. Nach dem Sänger wurde ein Asteroid genannt – 7995 Khvorostovsky.