Studie zeigt auf: Jeder dritte Russe zahlte schon einmal Bestechungsgelder

Studie zeigt auf: Jeder dritte Russe zahlte schon einmal Bestechungsgelder
Weltweit hält eine Mehrheit Regierungen, Polizisten und gewählte Repräsentanten ihrer jeweiligen Heimatländer für korrupt. Auch einer von drei Russen soll Bestechungsgelder an öffentliche Dienste gezahlt haben, so eine Studie zur internationalen Transparenz.

Als im vergangenen Jahr das "Global Corruption Barometer" Russland zu einem der korruptesten Länder Europas und Zentralasiens erklärte, lautete die russische Antwort, dass Korruption in der Tat zu den drei größten Problemen des Landes gehöre. In einer neuen Studie zur Bestechung befragte die NGO Transparency International über drei Jahre hinweg mehr als 150.000 Erwachsene in 119 Ländern über deren Erfahrungen mit dem Thema.

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Dabei gaben 34 Prozent der befragten Russen an, sie hätten bereits irgendwann einmal Bestechungsgeld im Austausch gegen eine öffentliche Leistung im Bereich Erziehung, der Gesundheit, im Kontakt mit der Straßenpolizei oder im Zusammenhang mit der Ausstellung öffentlicher Dokumente zahlen müssen. Eine Anzeige der Bestechung sahen die Betroffenen als problematisch an aufgrund der schwierigen Beweislage. Auch fürchteten sie negative Folgen für die eigene Person. 

Politiker und Polizeibeamte gelten als besonders korruptionsanfällig

Weltweit hatte der Studie zufolge einer von vier Menschen im letzten Jahr vor Veröffentlichung der Untersuchung irgendwann einmal Bestechungsgeld gezahlt. Die Erhebung bezog sich auf die Zeit zwischen März 2014 und Januar 2017. Parallel dazu habe sich auch gezeigt, dass die befragten Menschen in den einzelnen Ländern ein negatives Bild von ihrer Regierung hätten, resümiert die Studie.

Demnach beurteilten 57 Prozent aller weltweit Befragten die Arbeit ihrer jeweiligen Regierung als schlecht, nur 30 Prozent meinten, diese sei gut.

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Für die korruptesten Bevölkerungsgruppen hielten die Studienteilnehmer Polizisten und gewählte Repräsentanten des Volkes. Besonders in Asien und in den Subsahara-Gebieten Afrikas gelten Politiker als die korrupteste Gruppe.

Aber auch in Frankreich und in Großbritannien kritisierten die Studienteilnehmer fehlende Maßnahmen der Regierung gegen die Korruption. Die Deutschen sahen hingegen keinen Anlass zur Sorge. Anders die Situation in der Ukraine, in Moldawien, Bosnien-Herzegowina und Spanien: dort erhielten die Regierungen von ihren Bürgern die schlechtesten Noten bezüglich der Korruption im Land und deren Bekämpfung.