Moralische Gründe: Diskussion über sowjetisches Krim-Dekret nimmt Fahrt auf

Moralische Gründe: Diskussion über sowjetisches Krim-Dekret nimmt Fahrt auf
Der stellvertretende Vorsitzende des Krim-Parlaments hat die Idee unterstützt, Nikita Chruschtschows Dekret von 1954 formal aufzuheben, welches die Halbinsel zum Teil der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik machte. Dies werde jedoch die "politischen Spiele" in der Krim-Frage wahrscheinlich nicht beenden.

"Diese Idee hat das Recht zu existieren und wahrscheinlich sollten wir sie einfach nur zur moralischen Zufriedenheit umsetzen. Für den Westen wäre solcher Schritt jedoch kein Grund, seine politischen Spiele und Rhetorik in der Krim-Frage aufzugeben", sagte Remsi Iljasow zu RIA Nowosti.

Dass die Krim nun ein Teil der Russischen Föderation ist, müsse seiner Ansicht nach niemandem bewiesen werden. "Dies ist Realität, die nicht zur Diskussion steht", ein wichtigeres aktuelles Ziel sei es, die westlichen Wirtschaftssanktionen gegen Unternehmen und Einzelpersonen auf der Halbinsel zu überwinden.

Iljasows Erklärung folgte auf den Vorschlag des Staatsduma-Abgeordneten Konstantin Satulin, Russland sollte das Dekret des Obersten Sowjets der UdSSR von 1954 über die Übergabe der Krim an die Ukrainische Sowjetrepublik aufheben. Sowjetische Führung unterstützte diese Initiative damals unter Berücksichtigung der territorialen Nähe und der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Krim und der Sowjetrepublik Ukraine.

Die Halbinsel Krim wurde im März 2014 wieder ein Teil der Russischen Föderation, nachdem über 96 Prozent ihrer Einwohner, mehrheitlich ethnische Russen, den Schritt in einem kurzfristig anberaumten Referendum gebilligt hatten. Anlass für die Entscheidung war der Umsturz des legitimen ukrainischen Präsidenten durch einen gewaltsamen Staatsstreich in Kiew und die Einsetzung einer von ukrainischen Nationalisten unterstützten Regierung, die bald darauf Truppen in den russisch dominierten Südosten des Landes entsandte, da die Bevölkerung dort dem neuen Regime Anerkennung verweigerte.

Diverse Umfragen westlicher Meinungsforschungsinstitute wie Gallup und GfK auf der Krim haben seitdem gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Einwohner die Wiedervereinigung mit Russland nach wie vor unterstützt und bei einem wiederholten Referendum wieder dafür stimmen würde.