Und noch eine Journalistin: Kandidatenfeld für Präsidentschaftswahlen in Russland wächst

Und noch eine Journalistin: Kandidatenfeld für Präsidentschaftswahlen in Russland wächst
Hat noch nie gewählt, möchte aber selbst jetzt gewählt werden: Jekaterina Gordon
Nur noch knapp ein halbes Jahr bis zu den Präsidentschaftswahlen 2018 in Russland, und je näher der Wahltermin rückt, desto illustrer wird der Kreis der Kandidatinnen und Kandidaten. Nun schließt sich eine weitere Journalistin dem Teilnehmerfeld an.

Die russische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Jekaterina Gordon kündigte am Montag ihre Absicht an, für die russische Präsidentschaft im März 2018 zu kandidieren.

Ich habe beschlossen, mein Recht auszuüben und für den Posten des Präsidenten Russlands zu kandidieren. Ich bin vermutlich der einzige Anwärter, dessen Entscheidung nicht mit der Verwaltung des Präsidenten koordiniert ist",

sagte Gordon in einer Videobotschaft auf ihrer persönlichen Webseite. Gordon will sich in ihrem Programm auf den Schutz der Rechte von Frauen und Kindern konzentrieren. Mit diesem Thema hatte sie sich auch schon in den letzten Jahren schwerpunktmäßig beschäftigt.

Ich habe nie gewählt, und jetzt will ich dieses Recht ausüben und die Stimme der Frauen werden, deren Rechte verletzt wurden.

Walentina Matwijenko wäre zurzeit die aussichtsreichste weibliche Option

Anfang Oktober hat bereits die russische TV-Moderatorin und Journalistin Xenia Sobtschak angekündigt, an den Präsidentschaftswahlen teilnehmen zu werden. Sie bezeichnete sich als Kandidatin "gegen jeden" und forderte alle Russen, die keinen Kandidaten unterstützen, dazu auf, für sie zu stimmen, anstatt die Wahl zu boykottieren.

Die nächsten Präsidentschaftswahlen in Russland finden im März 2018 statt, der Wahlkampf beginnt offiziell im Dezember. Die russische Wahlorganisation Levada Center veröffentlichte am Montag eine Umfrage über den Zuspruch zu potenziellen weiblichen Kandidaten für das Amt.

Demnach sprachen sich sechs Prozent der Befragten dafür aus, dass die Vertreterin St. Petersburgs und Vorsitzende des Föderationsrats, Walentina Matwijenko, für das Amt kandidieren solle. Rund 1,4 Prozent schlugen die russische Wirtschaftswissenschaftlerin und Politikerin Irina Khakamada vor. Sobtschak und die frühere Generalstaatsanwältin Natalia Poklonskaja, beide Mitglieder des Unterhauses des russischen Parlaments, wurden von jeweils 0,4 Prozent der Befragten genannt.