Umfrage: Mehrheit der Russen interessiert Geschlecht ihres Präsidenten nicht

Umfrage: Mehrheit der Russen interessiert Geschlecht ihres Präsidenten nicht
Mehr als die Hälfte der befragten Russen hat bei Umfragen angegeben, keine besondere Vorliebe hinsichtlich des Geschlecht des Oberhaupts ihrer Nation zu haben. Jene, die eine solche haben, würden jedoch zumeist lieber für einen Mann als für eine Frau stimmen.

Laut einer Umfrage des staatlichen Allrussischen Zentrums zur Erforschung der öffentlichen Meinung (WZIOM), die Mitte September durchgeführt wurde, glauben 54 Prozent der befragten Russen, dass es keinen Unterschied macht, ob der Präsident des Landes ein Mann oder eine Frau ist. Demgegenüber sagen 38 Prozent, dass sie bei einer Präsidentschaftswahl einen männlichen Kandidaten bevorzugen würden und fünf Prozent antworteten, dass sie eher für eine Kandidatin stimmen würden.

Auch interessant: Umfrage: Über 90 Prozent der Russen wollen keine neue Revolution in ihrem Land

Letztere begründeten ihre Entscheidung damit, dass Frauen friedlicher, praktischer und vernünftiger seien. Die Gegner dieser Ansicht meinen, dass Frauen ihrer Meinung nach die meiste Zeit eher der Familie und nicht der Arbeit widmen sollten.

Nur 22 Prozent sehen eine Ungleichheit der Geschlechter in Russland

In einer Befragung der russischen Bevölkerung über deren Meinung bezüglich einer Einführung von Frauenquoten in staatlichen Machtorganen äußerten sich 51 Prozent der Befragten positiv über eine solche Initiative. Ungefähr 38 Prozent sprachen sich dagegen aus. Fast zehn Prozent der Befragten gaben an, dass die Frage für sie wenig Sinn mache, da sie der Meinung seien, dass hohe Politiker und Beamte männlich sein müssten.

Ganze 73 Prozent der Befragten gaben in derselben Umfrage an, dass sie keine Manifestationen von Ungleichheit zwischen den Geschlechtern im Land sehen würden, wohingegen ungefähr 22 Prozent der befragten Russen gegenüber den Meinungsforschern erklärten, dass ihnen Verstöße in diesem Bereich bekannt seien.

Sobtschak will Alternative zur "Gegen alle"-Option sein

Ende Oktober wurde Präsident Wladimir Putin während der Veranstaltung des Waldai Clubs die Frage gestellt, ob es möglich sei, dass bei den nächsten Präsidentschaftswahlen in Russland eine Frau Präsidentin werden könne. Darauf antwortete er, dass in Russland alles möglich sei.

Mehr lesen: "Russische Paris Hilton" will Präsidentin werden - Westen sieht hierin Kreml-Inszenierung

Xenia Sobtschak, eine Journalistin und Berühmtheit in Russland, hat bereits ihre Absicht erklärt, an den russischen Präsidentschaftswahlen Anfang 2018 teilzunehmen. Sobtschak betonte jedoch, dass ihr Ziel nicht der Sieg sei, sondern das Ersetzen der "Gegen alle"-Option auf den Stimmzetteln, die es früher in Russland gab und den Protestwählern die Möglichkeit einräumte, ihren Unmut auszudrücken.