„Feindselige Einstellung“ gegenüber Russland - Sanktionsliste der US-Regierung veröffentlicht

„Feindselige Einstellung“ gegenüber Russland - Sanktionsliste der US-Regierung veröffentlicht
Die am Freitag in Washington veröffentlichte Sanktionsliste betrifft mehr als 30 russische Unternehmen- Experten sehen Sanktionen als unlauteren Wettbewerb und in diesem Fall den Versuch den globalen Rüstungssektor zu dominieren
Die US-Regierung hat eine Liste mit russischen Unternehmen veröffentlicht, die sie mit Russlands Geheimdiensten und Verteidigungssektor in Verbindung bringt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte die Sanktions-Absichten als feindselige Einstellung bezeichnet, während Experten es als nicht wirklich bedrohlichen Versuch der Wettbewerbseinschränkung einschätzen.

Jeder, der ab dem kommenden Jahr mit den betroffenen Firmen Geschäfte macht, riskiert, von den neuen US-Sanktionen getroffen zu werden. Auf der Liste des Außenministeriums stehen mehr als 30 Firmen. Dazu gehört etwa der Rüstungskonzern Almas-Antej, der Waffenhersteller Kalashnikov Concern JSC und das größte Schiffbauunternehmen United Shipbuilding Corporation.

Hintergrund ist ein Gesetz mit neuen Russland-Sanktionen, das der Kongress im Juli verabschiedet hatte. Präsident Donald Trump unterzeichnete das Gesetz widerwillig. Er störte sich daran, dass das Parlament ihn mit der Maßnahme unter Zugzwang gesetzt hatte.

Russland möchte konstruktive Beziehungen

Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hatte die Berichte über Washingtons Absicht, neue Sanktionen gegen russische Unternehmen zu verhängen, als „Nachklang einer feindseligen Einstellung“ bezeichnet.

Wie geht es weiter mit den russisch-amerikanischen Beziehungen? Moskau möchte eine Normalisierung, Washington steht diesem Ansinnen jedoch ablehnend gegenüber.

Jedenfalls ist das ein Nachklang der nicht freundschaftlichen Einstellung gegenüber unserem Land“, sagte der Sprecher des russischen Präsidenten.

Seinerseits sei Russland zur Zusammenarbeit mit den USA in demselben Maße bereit, wie auch Washington eine Kooperation mit Moskau anstrebe.

Die ständigen Drohungen signalisierten jedoch wiederholt, dass gute Beziehungen zu Russland für Washington keine Priorität darstellten

Wir sind aber geduldig und konstruktiv eingestellt“, sagte der Kreml-Sprecher dazu.

USA zielt auf Dominanz des globalen Rüstungsmarkts ab

Igor Pschenitschnikow, Experte am russischen Institut für Strategische Studien, bezeichnete Washingtons Pläne, Sanktionen gegen russische Rüstungsunternehmen zu verhängen, als ein Beispiel für unfairen und widerlichen Wettbewerb, mit dem offensichtlichen Ziel, den globalen Rüstungsmarkt zu dominieren.

Außerdem, so Pschenitschnikow am Freitag im Interview mit der Nachrichtenagentur TASS, werden die neuen Sanktionen nicht nur die Beziehungen zwischen Russland und den USA betreffen:

Die Amerikaner werden weiterhin Druck auf ihre europäischen Verbündeten ausüben, um jede Zusammenarbeit zwischen Russland und anderen Ländern zu unterbrechen und zu untergraben.

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Vom Standpunkt der Verteidigung erscheinen Nachrichtensanktionen lächerlich, wie eine Zirkusshow. Es ist keine Tragödie für Russland. Unsere Flugzeuge werden weiterhin fliegen, vor allem in Syrien, und unsere Panzer werden sich weiter bewegen und Granaten abfeuern.

Für den russischen Verteidigungssektor, so der Experte, seien die Sanktionen alles andere als nachteilig.

Wenn russische Flugzeuge in den US-Werken produziert würden, wäre das für uns eine Tragödie gewesen. Was die Verteidigungsfähigkeiten betrifft, sind neue Sanktionen nicht wichtig. Sie werden jedoch definitiv dazu beitragen, die Qualität unserer Waffen zu verbessern.

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