Russische Zeitung Nowaja Gazeta will ihre Reporter zum Selbstschutz bewaffnen

Russische Zeitung Nowaja Gazeta will ihre Reporter zum Selbstschutz bewaffnen
Dmitri Muratow, Chefredakteur der russischen Zeitung Nowaja Gazeta, interviewt Dmitri Medwedew, Moskau, Russland, 13. April 2009.
Ein offenbar geistig Verwirrter verübte am Montag eine Messerattacke auf die Vize-Chefredakteurin des Radiosenders Echo Moskwy. Nun will die russische Zeitung Nowaja Gazeta ihre Journalisten in der Selbstverteidigung trainieren und sie mit Waffen ausstatten.

Die stellvertretende Chefredakteurin Tatjana Felgengauer erlitt schwere Verletzungen am Hals und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Sie überlebte den Überfall. Der Chefredakteur der Zeitung Nowaja Gazeta, Dmitri Muratow, sieht nun auch sich und die Journalisten seiner Zeitung im Visier von Kritikern:

Ich werde die Redaktion bewaffnen. Wir werden für die Journalisten auch andere Sicherheitsvorkehrungen schaffen, über die ich noch nicht sprechen will. 

Die Rede war unter anderem von Gaspistolen, die Gummigeschosse abfeuern. Der mutmaßliche Angreifer Felgengauers sprach bei seiner Vernehmung jedoch von keinem politischen Motiv. Die Journalistin habe ihn vielmehr "durch telepathischen Kontakt [...] sexuell belästigt". Zu einer persönlichen Begegnung sei es nie gekommen.

Der Sprecher Wladimir Putins, Dmitri Peskow, äußerte sich skeptisch hinsichtlich der Forderung nach strengeren Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Journalisten: 

Leider kann jeder von uns zum Ziel eines Irren werden.

Zu den Aufrüstungsplänen der russischen Zeitung sagte er, diese könne alle für sie notwendigen Schritte unternehmen, solange diese mit dem Gesetz vereinbar sind.  

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