Über 100 Einsätze: US-Luftwaffe überwacht russische Aktivitäten in Nähe der Krim

Über 100 Einsätze: US-Luftwaffe überwacht russische Aktivitäten in Nähe der Krim
Bildquelle: US Air Force
US-amerikanische Militärflugzeuge und Drohnen haben in diesem Jahr über dem Schwarzen Meer mehr als 100 Aufklärungsmissionen gegen Russland durchgeführt. Einige der Maschinen flogen bis zu 10 Kilometer an die russische Grenze heran, so das russische Militär.

In diesem Jahr hat das US-Militär bereits über 100 Aufklärungsflüge über dem Schwarzen Meer in Nähe der russischen Grenze durchgeführt. Zum Einsatz kam neben der schweren US-Drohne Global Hawk auch Aufklärungsflugzeuge wie das RC-135 oder die P-8 Poseiden. Die Einsätze konzentrierten sich häufig auf die nähere Umgebung der Halbinsel Krim. Die Flüge wurden von NATO-Militärbasen in Italien und Griechenland gestartet, erklärte der russische Generalleutnant Viktor Sevostyanow gegenüber der Nachrichtenagentur TASS.

Während die wichtigsten US-Überwachungsrouten entlang der Schwarzmeerküste an der Krim vorbei verlaufen, missbilligte der Kommandant der russischen Luftwaffe im südlichen Militärdistrikt, dass die US-Flugzeuge nur etwa 10 bis 15 Kilometer von der russischen Grenze entfernt operierten.

Laut dem Kommandanten wurden bei den US-Aufklärungsmissionen im Operationsraum der russischen Luftwaffe keine Luftraumverstöße registriert, aber russische Kampfflugzeuge mussten demnach in mehr als 100 Fällen zur Begleitung der US-Flugzeuge aufsteigen.

Mehr als 70 Prozent dieser Einsätze waren US-Drohnen gewidmet, fügte Sevostyanow hinzu und sagte, solche Einsätze würden dem russischen Militär sogar dabei helfen, seine Eskortier- und Abfangfähigkeiten zu trainieren.

"Es liegt auf der Hand, dass die Hauptaufgabe der USA darin besteht, alle Bewegungen der in der südlichen Region Russlands aktiven Truppen zu identifizieren", so der Kommandant. Er schloss die Möglichkeit nicht aus, dass die US-Aufklärung auch ein Interesse „am Baustand der Krimbrücke“ haben könnte. Das ambitionierte Infrastrukturprojekt soll die Halbinsel künftig mit dem russischen Festland verbinden.

Die russische Luftwaffe in der südlichen Region der Föderation besteht aus den am modernsten ausgerüsteten Truppenteilen im Land, betonte Generalleutnant Sevostyanow. Seine Streitkräfte sind mit den neuesten Kampfflugzeugen aus der Suchoi- und MiG-Familie ausgerüstet. Anfang 2017 verlegte Moskau das hochmoderne S-400-Luftverteidigungssystem nach Südrussland.