Russland: Duma-Abgeordneter strebt Halloween-Verbot an Schulen und Kindergärten an

Russland: Duma-Abgeordneter strebt Halloween-Verbot an Schulen und Kindergärten an
Der rechtskonservative russische Parlamentsabgeordnete Witali Milonow hat ein offizielles Verbot von Halloween-Feiern in Schulen und Kindergärten vorgeschlagen. Der Politiker richtete seinen Aufruf an das Bildungsministerium der Russischen Föderation.

In seinem Brief an die Bildungsministerin Olga Wassiljewa schrieb Milonow, dass es aus seiner Sicht "sowohl unter dem Gesichtspunkt des Lernens und der Erziehung als auch unter dem Gesichtspunkt der Spiritualität und Moral" nicht hinnehmbar sei, wenn Kinder Halloween feiern. Er fuhr fort, dass Maßnahmen längst überfällig seien, um Kinder vor dem "faulenden und negativen Einfluss von Halloween" zu schützen. Er schloss den Brief mit dem Aufruf, ein föderationsweites Verbot von Halloween-Feiern in Grundschulen und Kindergärten einzuführen.

"Mächtiger emotionaler Einfluss"

Der Abgeordnete wies außerdem darauf hin, dass das Ministerium den Lehrern "die wahre Bedeutung von Halloween und seine Folgen für Kinder" erklären sollte, die er als "besonders mächtigen psychophysischen, emotionalen und suggestiven Einfluss" beschreibt.

Milonow gilt auch als Initiator der Jugendschutznovelle, die Werbung für

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Der Pressedienst des Bildungsministeriums hat eine Antwort auf Milonows Brief veröffentlicht, in der es mitteilt, dass Halloween sich nicht auf der Liste der offiziell für Schulen empfohlenen Feiertage und Gedenktage befindet.

Russische Politiker und Aktivisten auf regionaler und föderaler Ebene sprechen das Thema Halloween routinemäßig an, da die Popularität des Events im Land gestiegen ist, was vor allem auf Marketingveranstaltungen zurückzuführen ist.

So forderten Mitglieder der Gesellschaftlichen Kammer Russlands die Regierung im Jahr 2014 dazu auf, eine offizielle Empfehlung zur Unterlassung von Halloween-Feiern für Geschäftsleute herauszugeben. Sie erklärten zudem, dass Horror-Partys "niedere Gefühle induzieren" und "wiederum in Orgien ausarten".

Kinderfest oder Einfallstor zum Okkultismus?

Im Jahr 2013 verschickte das Bildungsministerium der Region Omsk Briefe an die örtlichen staatlichen Schulen, in denen diese aufgefordert wurden, Maßnahmen zu ergreifen, um Feierlichkeiten und Bräuche zu Halloween mit der Begründung einzudämmen, dass damit "Extremismus fördert" werde. Halloween stelle einen "Todeskult" dar, der die moralische Gesundheit von Kindern schädigen könne.

Das ursprünglich auf das keltisch-heidnische Samhain-Fest zurückgehende Halloween wurde vor allem durch irische Einwanderer in den USA populär. Dort gilt es vor allem als Kinderfest ohne tiefere religiöse Bedeutung. In christlichen Gemeinschaften ist der Umgang mit Halloween uneinheitlich. Während einige darin ein harmloses Kinderfest sehen oder schlicht eine lokale kulturelle Ausdrucksform des zum katholischen Allerheiligenfest christianisierten heidnischen Totengedenkens, sehen andere den Brauch als Form einer gefährlicher Toten- oder Geisterbeschwörung, die ein Einfallstor für okkultistische Praktiken darstellen könnte. Seit etwa 30 Jahren ist Halloween auch in Europa zunehmend populär geworden.