Russische Senatoren bereiten Gesetzentwurf zum Schutz von Bevölkerung vor Betrüger-Sekten vor

Russische Senatoren bereiten Gesetzentwurf zum Schutz von Bevölkerung vor Betrüger-Sekten vor
Senatorin Elena Misulina, Leiterin der Arbeitsgruppe des Föderationsrates zur Bekämpfung der Bedrohung durch destruktive Sekten
Eine Gruppe russischer Senatoren arbeitet an einem Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor destruktiven Sekten. Dazu gehören auch Sekten ausländischer Herkunft sowie solche, die sich als "Schulen der Führung" tarnen, erklärte die Hauptinitiatorin des Gesetzprojektes der Presse.

"Sekten sind ein sehr gefährliches Umfeld. Die diesbezüglichen Rechtsvorschriften müssen korrigiert werden. Wir arbeiten derzeit Vorschläge aus, wie wir unsere Bürger schützen können. Leider gibt es heute keine einzige Region des Landes, in der es nicht solche Sekten gäbe", zitiert RIA Nowosti die Senatorin Elena Misulina.

Sie sagte, der Gesetzentwurf werde in Zusammenarbeit mit Regierungsexperten ausgearbeitet und noch vor dem 30. November dem Föderationsrat vorgelegt.

Mizulina merkte an, dass viele der betrügerischen Sekten aus dem Ausland stammen. Außerdem sollen sich nicht alle von ihnen als religiöse Gruppen bezeichnen, denn einige fungieren als verschiedene Fortbildungskurse und dergleichen.

Kleine Religionsgemeinschaft mit weltweit stetig wachsender Anhängerschaft: die Zeugen Jehovas

Bild: jw.org

"Diese Sekten betrügen unsere Bürger mithilfe vielfältiger Psychotechniken und nehmen ihnen ihr Hab und Gut weg. In sehr weit verbreiteten Fällen versuchen die Sekten das Bewusstsein der Menschen zu manipulieren", erläuterte die Politikerin.

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Nach Angaben der Arbeitsgruppe des Föderationsrates zur Bekämpfung der Bedrohung durch destruktive Sekten sind in Russland derzeit etwa 500 solcher Gruppen aktiv.

Im August dieses Jahres hat das russische Justizministerium die Zeugen Jehovas als verbotene extremistische Organisation eingestuft. Dies geschah nach einem langwierigen Gerichtsprozess, zu dem es kam, weil einige Mitglieder dieser Gruppe das Leben ihrer Kinder gefährdeten, indem sie Bluttransfusionen verweigerten, was eigentlich im Einklang mit den Überzeugungen der Zeugen Jehovas steht.

Derzeit erlaubt das russische Recht die Bildung religiöser Gruppen, einschließlich derjenigen, die keine offizielle Registrierung und kein rechtliches Gebilde benötigen, und derjenigen, die offiziell registriert werden sollten. Die Sekten dürfen jegliche Aktivitäten austragen, wenn sie nicht gegen geltendes Recht verstoßen.