Ehemaliger Botschafter Russlands in den USA holt gegen "unbegreifliche" US-Politik aus

Ehemaliger Botschafter Russlands in den USA holt gegen "unbegreifliche" US-Politik aus
Sergei Kislyak in Moskau Russland, 10.10. 2017.
Sergei Iwanowitsch Kislyak, ehemaliger russischer Botschafter in den USA, kritisierte Trumps Ambitionen den Atomdeal mit dem Iran aufkündigen zu wollen. Auch nahm er Bezug auf die für ihn kaum zu begreifende Schließung des russischen Konsulats in San Francisco.

Sergei Kislyak, ehemaliger russischer Botschafter in den USA von 2008 bis 2017, sprach im Rahmen des internationalen Diskussionsklubs "Waldai" über das drohende Ende des Atomdeals mit dem Iran. Jedes Jahr im Herbst kommt der Diskussionsklub zusammen, um sich mit aktuellen Außen- und Innenpolitischen Themen Russlands zu befassen. Kislyak zum drohenden Zerfall des Nuklearabkommens mit dem Iran durch ein Sabotage-Versuch Donald Trumps: 

Der Austritt des Irans aus dem Atomdeal ist nicht auszuschließen. 

In das internationale Rampenlicht rückte Kislyak durch Anschuldigungen im Rahmen der amerikanischen Anti-Russland-Politik. Treffen mit Personen aus den Reihen der Präsidentschaftskampagne Donald Trumps (hierunter: Jeff Sessions, Michael T.Flynn und Jared Kushner) wurden ihm zum Vorwurf gemacht:  

Es ist eine traurige Geschichte für sie (die USA). Wenn man so tief fällt und Spannungen um einen Botschafter kreiert, so etwas ist kein richtiges Verhalten für eine Großmacht - wie die USA. Sie stecken aber in ihren Zänkereien - und das ist eine Eigenschaft der US-Gesellschaft, die man lernen sollte zu verstehen.

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Im September ordneten US-Behörden die Schließung von drei russischen Konsulatsbüros an, zu denen auch das Konsulat in San Francisco gehörte, und leiteten umfangreiche Durchsuchungen in den Gebäuden ein, nachdem diese von den russischen Beamten verlassen worden waren. Für Kislyak ein kaum zu glaubender Vorgang: 

Solche Handlungen sind inakzeptabel und schändlich für die USA, weil das unser diplomatischer Besitz ist. Ich sage Ihnen ganz ehrlich: ich hätte mir niemals in meinem Leben je vorstellen können, dass die USA einen solchen Schritt unternehmen. 

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