Umfrage: Über 90 Prozent der Russen wollen keine neue Revolution in ihrem Land

Umfrage: Über 90 Prozent der Russen wollen keine neue Revolution in ihrem Land
Ungefähr 92 Prozent der Russen sind der Meinung, dass alles getan werden sollte, um einen radikalen gewaltsamen Sturz der Regierung, wie die bolschewistische Revolution im Jahre 1917, zu vermeiden. Dies geht aus einer kürzlich durchgeführten Umfrage des WZIOM hervor.

Vor fünf Jahren machte dieser Anteil der "Konterrevolutionäre" in der russischen Öffentlichkeit noch 78 Prozent aus. Nur fünf Prozent der Befragten erklärten, dass sie eine neue Revolution für notwendig halten. Im Jahr 2012 waren es noch 13 Prozent gewesen. Drei Prozent der Befragten gaben an, keine Meinung zu dem Thema zu haben.

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Bei derselben Umfrage konnten 42 Prozent der Befragten nicht sagen, welche Ziele die Bolschewiki und ihre Verbündeten 1917 verfolgten. Ungefähr 19 Prozent der Befragten gaben an, dass die Revolutionäre die Regierung stürzen und das politische System Russlands verändern wollten. Etwa 13 Prozent gaben an, dass sie das Leben im Land zum Besseren verändern wollten.

Dennoch stimmten 46 Prozent der Bevölkerung der Aussage zu, dass die Revolution von 1917 im Interesse der Mehrheit der Russen gewesen sei und 13 Prozent der Befragten glauben, dass die Revolution einer Minderheit zugutekam. Circa 33 Prozent geben an, dass nur eine kleine Gruppe von Menschen etwas durch die Ereignisse von 1917 zu gewinnen vermochte.

Auf einem Massenmedienforum im April 2016 bat Präsident Wladimir Putin die Journalisten, ehrlich und offen zu arbeiten, damit ihre Bemühungen nicht zu einer weiteren Revolution führen.

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"Es ist symbolisch, dass wir uns wieder hier in Sankt Petersburg versammeln. Warum? Sankt Petersburg oder Leningrad ist bekannt geworden als die Stadt der drei Revolutionen. Ich hoffe, dass das Ergebnis Ihrer Bemühungen nicht zu einer vierten Revolution führen wird, sondern Sie im Gegenteil ehrlich und offen arbeiten sowie zu einem natürlichen, korrekten und gerechten Interessenausgleich in unserer Gesellschaft beitragen", sagte Putin.

Im April dieses Jahres berichtete das privatfinanzierte russische Umfrageinstitut Lewada-Zentrum, dass der Anteil der Russen, die sich positiv über die Politik von Wladimir Lenin äußerten, von 40 Prozent im Jahr 2006 auf 56 Prozent anstieg. Die Forscher baten die Befragten außerdem, die Rolle des bolschewistischen Führers in der Geschichte Russlands zu bewerten. Fast 30 Prozent (26 Prozent) sagten, dass Lenin im Gedächtnis der Menschen weiterleben, aber niemand in seine Fußstapfen treten wird. Weitere 23 Prozent gaben an, dass Lenin das Land zu Fortschritt und Gleichberechtigung führte, während 21 Prozent meinten, dass seine Ideen von seinen Anhängern verzerrt wurden.

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