60 Jahre Sputnik-Start: Russen sehen sich weiterhin als führende Raumfahrtnation

60 Jahre Sputnik-Start: Russen sehen sich weiterhin als führende Raumfahrtnation
Der Start-Komplex auf dem Weltraumhafen "Wostotschny".
Am 4. Oktober jährt sich zum 60. Mal der erste Sputnik-Start ins Weltall. Mit dem Bau des Weltraumbahnhofs "Wostotschny" sichert sich Russland den Status einer Weltraumnation. Auch in der Bevölkerung steigt nach wie vor das Interesse an der Weltraumforschung.

Auch 60 Jahre nach dem Start des ersten künstlichen Erdsatelliten "Sputnik 1" (Begleiter) durch die Sowjetunion sieht ein Moskauer Experte eine wachsende Raumfahrtbegeisterung in Russland.

Das Interesse am Kosmos und an der Raumfahrt nimmt deutlich zu. Wir kommen langsam zurück zu einem Niveau wie in den 1970er Jahren in der Sowjetunion", sagte Wjatscheslaw Klimentow, Vizedirektor des Raumfahrt-Museums in Moskau, in einem dpa-Interview.

Dies hängt Klimentow zufolge mit dem technischen Fortschritt zusammen und mit historischen und aktuellen Erfolgen wie etwa dem jüngst erfolgten Bau des Weltraumbahnhofs Wostotschny, des "Östlichen".

Nicht jedes Land eröffnet inmitten einer Wirtschaftskrise ein weiteres Kosmodrom", sagte der Museums-Vizedirektor.

Ein Teil des Start-Komplexes auf dem Weltraumhafen "Wostotschny"

Konkret machte der Historiker den Trend unter anderem an wachsenden Besucherzahlen in seinem Museum fest. Nach bereits 520.000 Besuchern im Jahr 2016 zeichne sich für 2017 ein Plus von 20 Prozent ab.

Heimische Alternative zu Bajkonur

Der Bau des Kosmodroms Wostotschny begann im Amyrsky-Gebiet im Jahr 2012. Im April 2016 fand der erste Start des Raketenträgers "Sojus-2.1a" mit drei Satelliten statt. Im Mai 2016 war die Rede von Kosten in Höhe von 84 Milliarden Rubel (1,3 Mrd. Euro). Das Gelände des Weltraumhafens umfasst 700 Quadratkilometer. Es befindet sich in einer schwach besiedelten Region und dient dazu, Russland einen unabhängigen Zugang zum Weltraum zu schaffen.

Bis jetzt mietet Russland weiterhin das noch zu Sowjetzeiten gebaute Kosmodrom "Bajkonur" in Kasachstan. Das große Infrastruktur-Projekt soll zudem der sozio-ökonomischen Stagnation im russischen Fernen Osten entgegenwirken. 

Der Weltraumhafen "Wostotschny" in Amursky Gebiet aus der Vogelperspektive.

Nach einem Jahr weiterer Instandsetzungsarbeiten werden die nächsten Starts am 28. November und am 22. Dezember 2017 stattfinden. Das teilte Vize-Premier Dmitri Rogosin im August während einer Besprechung anlässlich seines Besuchs des Kosmodroms mit. 

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Weltraumforschung als Modell für internationale Kooperation

Am 4. Oktober 1957 hatte die Sowjetunion "Sputnik 1" gestartet und damit das Rennen im All gegen die USA eröffnet. Einer repräsentativen Umfrage der sozialwissenschaftlichen Einrichtung "Öffentliche Meinung" vom April zufolge sehen fast zwei Drittel der Russen ihr Land weiterhin als führende Raumfahrtnation an. Zugleich sind beinahe ebenso viele davon überzeugt, dass der Weltraum nur gemeinsam mit anderen Ländern erfolgreich erforscht werden kann.

(RT Deutsch/dpa)