Umfrage: Fast die Hälfte aller Russen will Beendigung der militärischen Operation in Syrien

Umfrage: Fast die Hälfte aller Russen will Beendigung der militärischen Operation in Syrien
Fast die Hälfte der russischen Öffentlichkeit wünscht ein Ende des Anti-Terror-Einsatzes der Luftwaffe in Syrien. Ein Drittel der Befragten meint, dass die Schläge gegen die Terroristen fortgesetzt werden sollten, erklärt ein unabhängiges Umfrageinstitut.

Laut Ergebnissen einer Umfrage des Lewada-Zentrums, einer unabhängigen Umfrageeinrichtung, von Mitte August dieses Jahres glauben 49 Prozent der Russen, dass die Regierung die Anti-Terror-Operation beenden sollte, die die russische Luftwaffe in Syrien durchführt. Etwa 30 Prozent der Befragten sagten, dass sie die Fortsetzung der russischen Schläge unterstützen und 22 Prozent blieben zu diesem Thema unentschlossen.

In der gleichen Umfrage gaben 18 Prozent der Russen an, dass sie die Entwicklungen in Syrien genau verfolgten, wohingegen 56 Prozent sagten, sie würden nur die Hauptnachrichten verfolgen, ohne sich in Details auszukennen. Weniger als ein Drittel, nämlich 26 Prozent der Befragten, erklärten, dass sie die Ereignisse in Syrien gar nicht verfolgen würden.

Zwei russische Armeeangehörige sterben in Syrien bei IS-Attacke (Symbolbild)

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Ungefähr 32 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie eine Eskalation des Konflikts und dessen Umwandlung in ein "neues Afghanistan" für Russland befürchten. Etwas weniger als die Hälfte, nämlich 40 Prozent, betrachten eine solche Entwicklungen als äußerst unwahrscheinlich und elf Prozent schließen sie völlig aus. Ein Zehntel der Befragten konnte die Frage nicht beantworten, während sieben Prozent signalisierten, dass sie kein Interesse an dem Thema haben.

Immer mehr Russen sehen Einsatzziele als erreicht an

Eine ähnliche Untersuchung des Lewada-Centers vom Oktober letzten Jahres zeigte, dass 52 Prozent der Russen der Beteiligung des Landes am syrischen Konflikt zustimmten und 26 Prozent zu diesem Zeitpunkt eine negative oder scharf negative Haltung dazu hatten. Ungefähr 22 Prozent konnten die Frage nach ihren persönlichen Ansichten zu diesem Thema nicht beantworten.

Darüber hinaus befürchteten im vergangenen Jahr 48 Prozent der Russen, dass die Verschärfung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen, die durch die anhaltende Krise in Syrien begünstigt wurde, sich zu einem globalen militärischen Konflikt entwickeln könnte. Etwa 42 Prozent schätzten die Wahrscheinlichkeit einer solchen Entwicklung als niedrig oder sehr niedrig ein. Gleichzeitig meinten 35 Prozent der Befragten, dass sie es für möglich hielten, dass Russland und der Westen am Ende eine beiderseits akzeptable Lösung für die Krise finden würden.

Die Angehörige der russischen Streitkräfte am 9. Mai 2017 während der feierlichen Parade zum Tag des Sieges.

Teilweiser Rückzug im März 2016

Im Jahr 2015 stieg die Unterstützung für die russische Anti-Terror-Operation in Syrien auf 70 Prozent und fast die Hälfte der Befragten stimmte zu, dass Russlands Teilnahme und die Unterstützung der Regierung des legitimen Präsidenten Baschar al-Assad richtig seien.

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Am 14. März 2016 befahl der russische Präsident Wladimir Putin einen teilweisen Rückzug der russischen Streitkräfte, weil sie alle Ziele erreicht hatten, die sich die Anti-Terror-Partner in Syrien ursprünglich gesetzt hatten.

Die verbleibende Gruppe russischer Kampfjets fuhr mit der Bombardierung terroristischer Positionen fort.