"Putins neue Cyber-Krieger für Weltdominanz": US-Medien zu Putins Ansprache zum Schuljahresbeginn

"Putins neue Cyber-Krieger für Weltdominanz": US-Medien zu Putins Ansprache zum Schuljahresbeginn
Wladimir Putin
Wladimir Putin stellte sich den Fragen der Jugend und warf einen Blick in die Zukunft. Für die US-Presse ein Anlass, den Aluhut wieder hervorzukramen. Dass Putin von künstlicher Intelligenz sprach, sah sie als Anspielung auf den Cyberkrieg von Morgen.

Für die amerikanischen "Voa News" war die Ansprache Putins gegenüber der russischen Jugend ein Aufhänger, um so die vermeintliche Notwendigkeit eines Ausbaus der amerikanischen digitalen Kriegsrüstung zu begründen. In einem Artikel mit dem Titel "Russland sieht künstliche Intelligenz als Schlüssel zur Weltdominanz" hält der Inhalt, was die Überschrift verspricht: Russland auf dem Weg zur Weltdominanz, die anderen Länder als Opfer Russlands, die auf den Aggressor Russland reagieren müssen. 

Putin hatte anlässlich des Schuljahresbeginns am 1. September zu Schülern in der Region Jaroslawl gesprochen und bezeichnete in seiner Rede die künstliche Intelligenz als die Zukunft nicht nur Russlands, sondern der gesamten Menschheit: 

Derjenige, der die Führung auf diesem Gebiet übernimmt, wird die Welt beherrschen. Es gibt kolossale Möglichkeiten und Bedrohungen, die heute nur schwer vorauszusagen sind. 

Globaler digitaler Wettbewerb

Der Fall des kleinen Omran Daqneesh, der in einem Krankenwagen im belagerten syrischen Ost-Aleppo saß, produzierte viele Schlagzeilen. Der Vater Omrans beklagte später, sein Sohn sei für Propagandazwecke missbraucht worden.

Die ausländische Presse beeilte sich umgehend, ihm diese Äußerung auf ihre Weise auszulegen. Dass Putin seiner Aussage auch eine Warnung hinzufügte, wurde von den VOA News geflissentlich ignoriert. Er warnte davor, diese Macht zu "monopolisieren":

Wenn wir Anführer auf diesem Gebiet die Oberhand erhalten, werden wir das Wissen mit der gesamten Welt teilen, auf die gleiche Art, wie wir heute die Nukleartechnologien teilen. 

Die VOA News weisen in ihrem Artikel darauf hin, dass der US-Geheimdienst schon lange vor einem fortwährenden Wettbewerb zwischen Russland und den USA im digitalen Bereich warnt. Die USA versuchten in der AI, der Künstlichen Intelligenz, ihre Fähigkeiten zu maximieren. Die private Industrie und Wissenschaft sollen dabei helfen, den Amerikaner einen Vorteil zu verschaffen. Russland und China werden hier als Rivalen angesehen. DIA-Direktor Generalleutnant Vincent Stewart: 

Sie haben die Idee in ihren Köpfen, dass im 21. Jahrhundert die Kriegsführung in gleicher Weise kognitiv wie auch kinetisch ist. 

Die VOA-Nachrichten fanden auch gleich einen Kronzeugen, der ihre Ansicht unterstützt. Frank Cillufo, Direktor des Zentrums für Cyber- und Heimatschutz an der George Washington Universität, erklärt: 

Es ist sehr selten, dass ein Regierungsoberhaupt diese Angelegenheit diskutiert. Er sendet damit eine Nachricht aus. Ein großes Rennen um den Weltraum ist im Gange, ein Rennen, das wir uns nicht erlauben können, zu verlieren. 

Der polnische Journalist Jacek Żakowski, 2013

Noch hätten die USA einen Vorsprung gegenüber Russland und China. Die beiden Rivalen der USA könnten aber bald aufholen, da sie "bereit sind, private und ethische Bedenken aus dem Weg zu Räumen". 

Staatspräsident hält eine Unterrichtsstunde

Einer Unterrichtsstunde in Russland entsprechend, sprach Putin 45 Minuten lang. Neben der künstlichen Intelligenz sprach Putin über den Weltraum, die Medizin, die Möglichkeiten des menschlichen Gehirns und wies auf die Wichtigkeit der kognitiven Wissenschaft hin: 

Die Bewegung des Auges kann genutzt werden, um zahlreiche Systeme zu bedienen und es gibt auch Möglichkeiten, um menschliches Verhalten in extremen Situationen zu analysieren, selbst im Weltraum. 

Rund 16.000 Schüler und Lehrkräfte nahmen an der Schulstunde Putins teil, die Übertragung verfolgten insgesamt über eine Million Menschen.