Flashmobs, Memos und Selfies: Russlands Wahlkommission sucht Wege, Wahlbeteiligung zu steigern

Flashmobs, Memos und Selfies: Russlands Wahlkommission sucht Wege, Wahlbeteiligung zu steigern
Die russische Wahlkommission hat eine große Kampagne angeordnet, um die Wähler 2018 an die Wahlurne zu locken. Eine Reihe neuartiger Schritte soll Anwendung finden, die auf die jüngere Generation und die Internetnutzer abzielen. Das berichten lokale Medien.

Die Zeitung Wedomosti veröffentlichte eine Zusammenfassung des von der Firma IMA-Consulting vorbereiteten Konzepts für die Wahlkommission. Das Unternehmen hat die staatliche Ausschreibung für die Informationsunterstützung bei den Wahlen 2018 gewonnen, einschließlich der Präsidentschaftswahlen, die Anfang März stattfinden sollen.

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Das Dokument veranschlagt den Preis der Kampagne auf etwa 40 Millionen russische Rubel, das entspräche etwa rund 580.000 Euro. Ihr Hauptziel ist eine Zunahme bei der Wahlbeteiligung. Die meisten der vorgeschlagenen Maßnahmen scheinen ziemlich konservativ zu sein: Zum Beispiel sollen die Massenmedien die Bedeutung der Bürger, die ihre demokratischen Rechte ausüben, für die Zukunft des Landes hervorheben.

Wettrennen zu den Wahlurnen

Allerdings enthält das Konzept auch einige unorthodoxe Vorschläge, insbesondere in der Sphäre der sozialen Medien. Dazu gehören die ständige Beobachtung der sozialen Netzwerke auf "negative Reaktionen", die Förderung von Wahlen mithilfe der Verwendung von Memos und Flashmobs in den Wahllokalen. Letztere sollen etwa als informelles Wettrennen zu den Wahlurnen oder als Wettbewerb um die besten Selfies während der Wahlen ausgetragen werden.

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Wedomosti stellte fest, dass sich das Konzept der Strategie der PR-Unterstützung der Wahlen, obwohl IMA-Consulting bereits die Ausschreibung gewonnen hat, trotzdem noch ändern könnte. Der Generaldirektor des Unternehmens, Vartan Sarkisow, sagte, dass die Zentrale Wahlkommission mehrere Varianten eines angepassten Konzepts erhalten habe und das Beste daraus auswählen werde.

Bereits 2008 gab es eine Kampagne der Zentralen Wahlkommission

Im Jahr 2008 gab die Zentrale Wahlkommission Russlands ungefähr 220 Millionen Rubel, etwa 5,7 Millionen Euro gemäß dem damaligen Währungswechselkurs, für eine Informationskampagne zu den damals bevorstehenden Präsidentschaftswahlen aus.

Die nächste russische Präsidentschaftswahl ist für Anfang 2018 geplant. Das genaue Datum ist noch bekannt zu geben, aber höchstwahrscheinlich wird es der 18. März sein. Damit fiele die Wahl mit dem Jahrestag der Wiedervereinigung der Krim mit Russland zusammen.

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