"Sorgfältige Arbeit": Russlands Kinderrechtsbeauftragte erzählt RT über Heimkehr von Dschihad-Waisen

"Sorgfältige Arbeit": Russlands Kinderrechtsbeauftragte erzählt RT über Heimkehr von Dschihad-Waisen
"Sorgfältige Arbeit": Russlands Kinderrechtsbeauftragte erzählt RT über Heimkehr von Dschihad-Waisen
Am 25. August ist in Tschetscheniens Hauptstadt Grosny ein Flugzeug mit fünf russischen Waisenkinder gelandet, die nach mehreren Monaten im Irak nach Hause zurückkehrten. RT sprach mit Russlands Kinderrechtsbeauftragter Anna Kusnezowa über die Rückhol-Aktion.

Nachdem der Fernsehsender RT über mehrere russischsprachige Kinder in einem Bagdader Waisenheim berichtet hatte, erkannten einige ihrer Verwandten in Russland die Minderjährigen wieder.

Russlands Behörden und zahlreiche Aktivisten hatten sich unermüdlich dafür eingesetzt, dass die Kleinen endlich nach Hause zurückkehren konnten. Russlands Kinderombudsfrau Anna Kusnezowa sagte im Gespräch mit RT, dass man zurzeit nach anderen aus Russland stammenden Kindern in Syrien und im Irak suche.

Das Hauptproblem sei nach wie vor, dass manche Kinder überhaupt keine Dokumente hätten, die ihre russische Herkunft bestätigen könnten.

RT: Am Freitag, dem 25. August, sind fünf Waisenkinder in Grosny angekommen. Ihre Verwandten haben sie mit Tränen und Umarmungen empfangen. Welche Aufgaben stehen nun in erster Linie zur Lösung an?    

Anna Kusnezowa: Es ist sehr wichtig, dass die zurückgekehrten Kinder sich wohl fühlen. Vor Ort arbeiten der Kinderrechtsbeauftragte der Republik Tschetschenien und die Kinderrechtsbeauftragte der Republik Dagestan. Sie kümmern sich auch um organisatorische Fragen. Diese fünf Kinder stammen aus Dagestan. Das älteste gerettete Mädchen ist neun Jahre alt. Es hat im Irak Verletzungen erlitten, aber es ist zurzeit außer Lebensgefahr. Das Mädchen muss aber zweifellos noch ärztlich versorgt und betreut werden. Das jüngste Kind ist gerade einmal drei Jahre alt. Die Kinder sind von ihren Verwandten empfangen worden. Natürlich stellen sich mehrere Fragen: Viele von ihnen haben die Kinder zuvor noch niemals gesehen, deswegen müssen zuerst einmal die Kontakte hergestellt werden.    

RT: Was ist das größte Problem, dem sich die Kinder im Laufe der Rückhol-Aktion ausgesetzt sehen?

Anna Kusnezowa: Man muss Folgendes betonen: Zurzeit arbeiten die Behörden allgemein sorgfältig an der Suche nach russischen Kindern und deren Rückkehr. Das wichtigste Problem sind die fehlenden Dokumente. Oft ist nicht klar, aus welchem Land das jeweilige Kind stammt. Man muss so schnell wie möglich agieren. Es gibt auch ganz kleine Kinder. Dank der Zusammenarbeit zwischen allen zuständigen Behörden – sowohl in Russland als auch im Ausland – leiten wir zügig die Rückkehr ein. In den kommenden Tagen sollen eine Rückhol-Kommission gebildet und eine einheitliche Datenbank geschaffen werden, die es ermöglichen wird, die Kinder zu identifizieren und ihre Heimkehr zu beschleunigen.

RT: Verhandeln Sie auch mit internationalen Organisationen?    

Anna Kusnezowa: Zurzeit wird ein solches Treffen vorbereitet. Wir werden später unbedingt auf alle Fragen antworten. Momentan ist für uns das Wichtigste, dass der Rückhol-Mechanismus legal, schnell und effizient ist.

Ein RT-Team besuchte später die Schwestern Chadidscha und Fatima in ihrem neuen Zuhause. Die Kinder haben sich in der neuen Umgebung zwar schnell eingelebt und mit anderen Kindern im Dorf angefreundet. Die Behandlung einiger psychischer Traumata, die die Mädchen im irakischen Mossul erlitten hatten, dürfte aber noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Der Großvater von Chadidscha und Fatima teilte gegenüber RT mit, dass seine Enkelinnen Angst vor Flugzeugen und Hubschraubern sowie vor starken Geräuschen hätten.

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