Star Wars à la Russe: MiG entwickelt neuen Abfangjäger, der im Weltall operieren kann

Star Wars à la Russe: MiG entwickelt neuen Abfangjäger, der im Weltall operieren kann
Symbolbild einer MiG29 - Offizielle Bilder des neuen MiG-Typus liegen noch nicht vor
Die sich seit mehreren Jahren in der Entwicklung befindlichen innovativen Abfangjäger werden in der Lage sein, das Weltall zu erreichen und sogar ohne Piloten zu operieren - so der Geschäftsführer der MiG-Flugzeugbaugesellschaft, die an dem Projekt arbeitet.

Mit der Forschung zur Entwicklung des Abfangjägers der neuen Generation hat das Unternehmen im Jahr 2013 begonnen. Medien haben das Projekt mit der inoffiziellen Bezeichnung MiG-41 versehen, da sie davon ausgehen, dass der neue Jet den Abfangjäger MiG-31 und dessen Varianten ersetzen soll.

Das neue Flugzeug wird ein spiritueller Nachfolger der MiG-31 sein, erklärte der Geschäftsführer der MiG- Flugzeugbaugesellschaft, Ilja Tarasenko.

[Die Entwicklung] befindet sich in der Endphase jener Etappe, in der wir ein Bild des Flugzeugs erstellen. Es wird ein allmählicher Übergang von der MiG-31 zum perspektivischen Abfangjäger der Kategorie PAK DP [perspective aviation complex of long-range interceptor] sein", sagte Tarasenko am Mittwoch im Rahmen der russischen Army-2017-Expo in Kubinka.

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Das Forum Army 2017 findet derzeit im Kongress- und Ausstellungszentrum Patriot in der Region Moskau statt. Dort präsentieren Aussteller die aktuellen Neuheiten des Verteidigungs-Industriekomplexes. Außerdem ist die Messe eine Plattform für Verhandlungen und anfallende Angebote. Abgesehen von den Experten zieht die Veranstaltung auch die breite Öffentlichkeit an, die in die Ausstellung strömt, um das tödliche Militärgerät vor Ort und in der Luft zu bestaunen.

Aufnahme einer Su-27 im Luftkampf (Dogfight) mit einer F-16 am Tag der US-Präsidentschaftswahl am 8. November 2016 über der Nellis Air Force Base in Nevada

Maschine ermöglicht umfassende Grenzsicherung

Das Flugzeug wird aber nicht nur eine Modernisierung der MiG-31, sondern eine völlig neue Maschine sein, die "die Fähigkeit haben wird, im Weltraum zu operieren. Sie wird neue Waffen und Einsatzbereiche haben sowie neue Geschwindigkeiten erreichen können", sagte der MiG-Geschäftsführer dem TV-Sender Svesda am Dienstag.

Es wird ein völlig neues Flugzeug sein mit vollkommen neuen Technologien, die es ihm ermöglichen werden, in der Arktischen Zone zu operieren. Dieses Flugzeug wird die gesamte Grenze unserer Heimat sichern. Später wird das Projekt unbemannt werden", erklärte Tarasenko.

Während das Flugzeug derzeit noch in der Entwicklung ist, könnte es bis Mitte der 2020er Jahre in die Produktion gehen, glaubt er.

"Wir gestalten unser technisches Angebot, damit der Kunde die Entscheidung fällt, dass die Entwicklung des Flugzeugs notwendig ist. [...] Nach unseren internen Schätzungen sollten wir bis 2025 bereit sein, in die Serienproduktion  zu gehen", so der MiG-Geschäftsführer.

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Um den Erwartungen gerecht zu werden, sollte der neue Jet in der Lage sein, mit vierfacher Schallgeschwindigkeit - Mach 4 - zu fliegen, berichteten zuvor russische Medien und beriefen sich dabei auf den renommierten Testpiloten Anatoli Kwochur.

Künstliche Intelligenz soll eine bedeutsame Rolle spielen

Wenn das Flugzeug in der Lage wäre, solche Geschwindigkeiten zu erreichen, würde es wahrscheinlich zu einem gewissen Grad mit Kontrollsystemen der künstlichen Intelligenz versorgt, um den menschlichen Piloten zu helfen, mit den extremen Flugbedingungen fertig zu werden, sagte der Flugzeugexperte Fabrizio Poli.

"Es werden gewisse Elemente der künstlichen Intelligenz in das Flugzeug eingebaut, weil das menschliche Gehirn nicht in der Lage ist, bei diesen Geschwindigkeiten schnell genug zu reagieren", betonte Poli und fügte hinzu, dass es eine Menge neuer Technologien gäbe, die sicherlich in diesem Flugzeug zum Einsatz kommen werden.

Laserwaffen werden es den Abfangjägern erlauben, feindliche Raketen abzufangen und die Ziele außer Gefecht zu setzen", schlussfolgerte der Experte.

Wladimir Micheew, ein Berater des stellvertretenden Geschäftsführers des russischen Konzerns Radio-Electronic Technologies, wies in einem Interview darauf hin, dass die neue MiG auch mit Laserwaffen ausgerüstet sein könnte, da Russland Prototypen solcher Waffen besitze.