Chef des Sicherheitsrates Russlands warnt vor Einsatz ausländischer IT im Staatssektor

Chef des Sicherheitsrates Russlands warnt vor Einsatz ausländischer IT im Staatssektor
Nikolai Patruschew, der Sekretär des Sicherheitsrates der Russischen Föderation.
Nikolai Patruschew, der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, warnt, dass der Einsatz ausländischer Datentechnologie eines Tages die staatliche Infrastruktur blockieren könne. Behörden sollen ihre Dokumente auf eigenen Servern sichern. Angriffe auf russische Computer haben sich verdreifacht.

Der allgegenwärtige Einsatz von ausländischen Informationstechnologien und Telekommunikations-Hardware schafft Voraussetzungen für Informationslecks, senkt das Niveau der Informationssicherheit bis hin zu einem möglichen Ausfall von technologischen Prozessen oder einer externen Blockade jener Infrastruktur, die den Staat bedient", so Nikolai Patruschew am Mittwoch.

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Er stellte fest, dass die großen Weltmächte bereits in der Vergangenheit ihre technische Überlegenheit gegenüber ihren Gegnern unter Beweis gestellt haben. Heute habe sich der Wettkampf in dieser Sphäre in "einen massiven und systematischen Einfluss mit vorgegebenen zerstörerischen Zielen" verwandelt. Ein Beispiel für diesen Einfluss seien die massiven Angriffe auf die Informationsressourcen der Russischen Föderation und anderer Nationen, die im Mai und Juni dieses Jahres durchgeführt wurden.

Im Zusammenhang mit diesen Vorfällen hat der Chef des russischen Sicherheitsrates die regionalen Gouverneure erneut dazu aufgefordert, alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen, wenn sie Dokumente in das neue System der föderalen und regionalen Datenverarbeitungszentren übertragen und russische Informationsressourcen mit globalen Datennetzen verknüpfen.

Sabotage und Spionage als Ziel der Attacken

Patruschew warnte außerdem vor der zunehmenden Gefahr von Cyberattacken. Im Februar stellte er fest, dass die Hauptziele dieser Angriffe die Störung der Hardware, einschließlich jener Netzwerke, die das russische Segment des Internets bedienen, sowie die Erlangung von verschlüsselten Informationen durch den geheimen Einsatz von verschiedenen Mitteln der Computerüberwachung seien.

Damals erklärte der Beamte zudem, dass die Gesamtzahl der Cyberattacken gegen russische Staatsinstanzen und Unternehmen im Jahr 2016 über 52 Millionen betrug, was mehr als das Dreifache dessen war, was im Vorjahr registriert wurde.

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Neonazis und Extremisten als Werkzeuge ausländischer Geheimdienste

Ebenfalls im Februar sagte Patruschew auf einer regionalen Sicherheitskonferenz, dass russische Sicherheitsbehörden Beweise dafür haben, dass ausländische Geheimdienste ihre Bemühungen verstärkt haben, Russland zu destabilisieren.

Er sprach in diesem Zusammenhang von Bedrohungen wie radikalen und fremdenfeindlichen Gruppen, extremistische Propaganda im Internet und ein Wachstum der Fremdenfeindlichkeit unter der jüngeren Generation.