Russland beendet Bau von Eisenbahnstrecke nach Südrussland, die ukrainisches Territorium umgeht

Russland beendet Bau von Eisenbahnstrecke nach Südrussland, die ukrainisches Territorium umgeht
Symbolbild
Die Russische Eisenbahn AG hat mitgeteilt, dass sie einen Eisenbahnstreckenabschnitt fertig gebaut hat, der es Zügen erlaubt, auf dem Weg nach Südrussland ukrainisches Territorium zu umfahren. Die Nutzung der Strecke soll voraussichtlich im September beginnen.

Ein Testzug mit Güterwagen hat die fertige Strecke bereits absolviert, teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit.

Der Bau der Strecke zwischen Zhuravka und Millerovo begann 2014 nach der Verschlechterung der Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine. Die neue 137 Kilometer lange Bahnstrecke verläuft beinahe vollständig auf russischem Territorium in den Regionen der Städte Woronesch und Rostow.

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Dunkelrot: alte Strecke; blau: neuer Abschnitt

Die neue Strecke wird für Stabilität beim Passagier- und Frachttransport sorgen und vor allem zur Verringerung der wirtschaftlichen und technologischen Risiken beitragen, die sich ergeben könnten, wenn sie weiter durch die Ukraine verlaufen wäre. Dazu gehören Stopps sowie Zug- und Lieferverzögerungen, Verkehrsvergehen und so weiter", sagte der Experte Juri Saakjan in einem Interview mit RIA Nowosti.

Bei der "alten" Eisenbahnstrecke verlaufen 26 Kilometer durch die vom Krieg zerrissene Lugansk-Region in der Ukraine.

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"Die neue Verbindung wird ein Teil der Hochgeschwindigkeitsbahn, die Zentralrussland mit der Schwarzmeerküste verbindet", hieß es in einer Erklärung der Russischen Eisenbahn AG. Passagierzüge werden die Höchstgeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde erreichen, die jedoch sogar bis 160 ansteigen könnte.

Der Präsident der Russischen Eisenbahn AG, Oleg Beloserow, erklärte im März, dass das Projekt ein Jahr früher, als zuvor geplant, beendet wird und dass die Route Moskau - Adler mit der Umgehung der Ukraine schon im Herbst eröffnet wird.