Wie bei James Bond: 27 westliche Spionagewerkzeuge, die der KGB konfiszierte

Wie bei James Bond: 27 westliche Spionagewerkzeuge, die der KGB konfiszierte
Bei der Suche nach ausländischen Agenten beschlagnahmte der sowjetische Geheimdienst KGB zahlreiche Spionagewerkzeuge. Die konfiszierten Gegenstände zeugen vom Einfallsreichtum der Geheimdienste – und erzählen oft spannende Geschichten. Die 27 spektakulärsten Funde im Überblick.

Die Spionagewerkzeuge, die der Sowjet-Geheimdienst KGB den für das Ausland arbeitenden Agenten abnahm, erinnern an die Erfindungen des Charakters "Q" aus den James Bond-Filmen. Die 27 spektakulärsten Funde im Überblick. 

1. Spazierstöcke mit Klinge

Ein Spazierstock mit versteckter Klinge war eine Nahkampfwaffe für ausländische Spione. Die Klinge konnte wie ein Schwert aus der Scheide gezogen werden oder sie klappte aus und verwandelte den Stock so in eine Art Lanze. Es gab auch Modelle mit schweren Knäufen, die als Keule eingesetzt werden konnten.

2. Versteckte Fächer für Schmuggelware und Spionage

Versteckte Fächer wurden vor allem für den Schmuggel verbotener Gegenstände genutzt, waren aber auch für Spione sehr hilfreich.

3. Kameras in Uhren und Feuerzeugen

Kameras in kleinen Alltagsgegenständen zählen zu den am häufigsten konfiszierten Spionage-Accessoires ausländischer Spione in der Sowjetunion und dem heutigen Russland.

4. Sender in Aufnahmegeräten

Oftmals versteckten Aufklärungsspezialisten aus dem Ausland Radiosender in Aufnahmegeräten. So konnten sie mit ihren Agenten auf sowjetischem Gebiet kommunizieren.

5. Bücher mit Entschlüsselungscodes

Um verschlüsselte Nachrichten zu entschlüsseln, nutzten ausländische Spione Bücher in fremden Sprachen, die zunächst völlig unauffällig wirkten. Dabei konnte es sich um Märchen, Romane oder gar Betriebsanleitungen handeln. 

6. Geheimversteck in Kugelschreiberhalter und tragbare Kamera im Rasierer

Besondere Spionagetechnologie wurde in den gewöhnlichsten Gegenständen versteckt. Kugelschreiberhalter enthielten Geheimfächer und Kameras wurden in Rasierer eingebaut.

7. Behältnisse mit Geheimfächern zur Weitergabe wichtiger Dokumente

Mithilfe von Geheimfächern in Behältnissen, die aus allen möglichen Materialien (PVC, Holz, Metall) bestehen konnten, erhielten Spione Angaben zu ihren Missionen, kodierte Nachrichten und Geld.

8. Funkgerät im Aktenkoffer

Funkgeräte, die von Spionen zur Weitergabe von Informationen und der Entgegennahme von Instruktionen genutzt wurden, waren meist sehr kompakt und passten in einen kleinen Aktenkoffer.

9. Messer mit ausfahrbarer Klinge

Messer mit ausfahrbaren Klingen halfen Spionen, sich gegen feindliche Agenten zur Wehr zu setzen.

10. Geheimfächer

Geheimfächer in großen Stücken Holz wurden von Spionen genutzt, um Geld, geheime Dokumente, Codes oder Entschlüsselungswerkzeuge zu verstecken.

11. Elektroschocker in Taschenlampe

Die Elektroschocker-Taschenlampen-Kombination wurde als Waffe im Nahkampf genutzt. Ausländische Spione und Saboteure setzten sie ein. Der elektrische Schlag konnte einen Gegner schlagartig außer Gefecht setzen. So konnte der Spion entkommen.

12. Roulette- und Stift-Pistolen

Als Taschenroulette getarnte Waffen konnten zehn Kugeln abschießen. Da sie klein und leicht zu verstecken waren, konnte man sie problemlos in der Hand oder der Jackentasche verstecken. Aus kurzer Distanz waren die Schüsse tödlich. Pistolen in Stiftform konnten hingegen nur einmal abgefeuert werden.

13. Mini-Kameras des CIA-Agenten Adolf Tolkatschew plus Anleitung

Im Jahr 1985 verhaftete die KGB-Abteilung für Spionageabwehr den Ingenieur Adolf Tolkatschew, der beim größten russischen Radarhersteller Phazotron arbeitete. Er hatte über mehrere Jahre hinweg vertrauliche Informationen über Entwicklungen in der Raum- und Luftfahrtechnik an die CIA weitergegeben. 1986 wurde er dann zur Erschießung durch ein Exekutionskommando verurteilt.

14. Falsche Haare und Schnurrbart des CIA-Mitarbeiters Michael Sellers

Im März 1986 wurde der stellvertretende Sekretär der US-Botschaft in Moskau und Mitarbeiter der CIA, Michael Sellers, verhaftet, als er versuchte, einen verdeckten Ermittler des KGB zu kontaktieren. Um sein Erscheinungsbild zu ändern, trug er eine Perücke sowie einen falschen Schnurrbart. Nachdem man ihn festgesetzt hatte, wurde er aus der Sowjetunion ausgewiesen.

15. Gerät zur Übermittlung von Aufklärungsinformationen in Baumstamm-Form

Ein Gerät zur Übermittlung von Aufklärungsinformationen, das als Baumstamm getarnt war, wurde von sowjetischen Kräften nahe einer Militärbasis in Ostdeutschland entdeckt. Die darüber versandten Informationen gingen bei der Nato in Westdeutschland ein.

16. Mit Giftfläschchen versehene Brille von CIA-Agent Gennady Smetanin und Angeltasche des FBI- und CIA-Agenten Dmitri Poljakow mit Geheimtaschen 

Der GPU-Kolonel Gennady Smetanin, der sich der CIA angeboten hatte, wurde 1985 enttarnt und verhaftet. Er besaß eine Brille, deren Nasensteg ein kleines Giftfläschchen enthielt. Im Etui der Brille waren zudem auch Anweisungen zu finden, wie die CIA kontaktiert werden konnte. Smetanin hatte keine Gelegenheit mehr, das Gift zu schlucken: Auch er wurde zum Tod durch das Exekutionskommando verurteilt.

Der GPU-Major Dmitri Poljakow arbeitete mehr als 20 Jahre lang für FBI und CIA. Er bezog sogar eine gute Rente und konnte alle Beweise für seine Tätigkeit zerstören. Mit einer Ausnahme: eine Angeltasche, inklusive der Haken, mit Geheimfächern für Notizblöcke, auf denen Entschlüsselungscodes vermerkt waren. Er hatte die Tasche schlicht vergessen – und wurde dafür 1987 hingerichtet.

17. Spionageequipment des CIA-Agenten und Mitarbeiter des sowjetischen Außenministeriums Alexander Ogorodnik

In den frühen 1970er-Jahren wurde der stellvertretende Sekretär der sowjetischen Botschaft in Kolumbien, Alexander Ogorodnik, von der CIA angeworben. Seine Tätigkeit wurde vom Spionageabwehrdienst des KGB aufgedeckt. Nach seiner Verhaftung beging er im Juni 1977 in Moskau Selbstmord. Da die CIA nichts von seinem Tod erfahren hatte, konnte der KGB seine westlichen Kontakte in Moskau identifizieren.

18. Messer Alexander Ogorodniks und Geheimfach von Martha Peterson

Martha Peterson, eine Mitarbeiterin der CIA, die aufgrund ihrer Arbeit für die Botschaft diplomatischen Schutz genoss, platzierte ein als Stein getarntes Geheimfach für Ogorodnik auf der Krasnoluschki-Brücke in Moskau. Als sie während der Tat vom KGB verhaftet wurde, ließ man sie aus dem Land ausweisen.

19. Equipment des estnischen Geheimdienstes

In den frühen 2000er-Jahren bemerkten Mitarbeiter des FSB-Quartiers in der Region Pskow ein verdächtiges Fahrzeug vor ihrer Einfahrt. Darin fanden sie Aufnahmegeräte, die dem estnischen Geheimdienst zugeordnet werden konnten.

20. Die Spionageausrüstung des CIA-Agenten Peter Popow

Im Jahr 1959 deckte der KGB beim Ministerrat der Sowjetunion den GPU-Kolonel Peter Popow auf. Dieser war in Wien von der CIA angeworben worden. Er gab Informationen zu sowjetischen Aufklärungsmaßnahmen in Wien sowie den ersten Übungen mit nuklearen Sprengköpfen in der UdSSR an die Amerikaner weiter. 1960 wurde Popow dafür vom Höchsten Gericht zur schwersten denkbaren Strafe verurteilt: Erschießung durch das Exekutionskommando.

21. Der japanische Diplomatenkoffer – mit Überraschung

Im Dezember 1935 versuchten zwei sowjetische Frauen, das Land im Koffer eines japanischen Diplomaten zu verlassen. Des Diplomaten persönliche Gegenstände wurden bei der Ausreise nicht durchsucht. Aufgrund des kalten Wetters und der langen Wartezeit an der sowjetisch-polnischen Grenze gab sich eine der Frauen jedoch zu erkennen – und verriet so die andere gleich mit. Beide wurden verhaftet.

22. Radiosender in Form eines Baumstammes

Ein weiteres als Baumstamm getarntes Gerät zur Übermittlung von Aufklärungsinformationen wurde nahe eines Raketenabwehrsystems nahe Moskau entdeckt. Das Gerät hatte Daten der Militärstation aufgezeichnet und an einen Spionagesatelliten übermittelt.

23. Mini-Kamera eines japanischen Spions

Sowjetische Spionageabwehrkräfte konfiszierten 1942 im Fernen Osten des Landes eine Mini-Kamera eines japanischen Spions.

24. Ausrüstung des britischen und amerikanischen Spions Oleg Penkowski

Im Oktober 1963 wurde der GPU-Kolonel Oleg Penkowski beim Ministerrat der UdSSR als MI6- und CIA-Spion enttarnt. Die rund 5.000 Bilder der sowjetischen Waffensysteme, die er mit seiner Minox-Kamera gemacht hatte, waren für die westliche Aufklärung von enormer Bedeutung. Im Mai 1963 wurde auch Penkowski zum Tod durch Erschießen verurteilt.

25. Im Buch versteckte Pistole

Ein Lehrbuch über politische Ökonomie, sehr lesenswert, mit einer darin versteckten ungarischen Pistole Liliput Kal 1925 Kaliber 6,35 wurde kurz vor dem Zweiten Weltkrieg von einem ungarischen Spion konfisziert.

26. Mit Giftspitze versehene Nadel, Taschenlampe und schallgedämpfte Waffe von US-Pilot und -Spion Francis Powers

US-Pilot Francis Gary Powers flog am 1. Mai 1960 einen Aufklärungsflug im U-2-Spionageflugzeug über sowjetischem Gebiet. Dabei wurde er von einer Boden-Luft-Rakete nahe dem heutigen Jekaterinburg abgeschossen.

27. Rumpfverkleidung eines abgeschossenen U-2-Spionageflugzeugs

Der Pilot schaffte es, sich mit dem Schleudersitz zu retten. Als er von sowjetischen Agenten festgenommen wurde, entdeckten diese eine Nadel mit vergifteter Spitze, eine Taschenlampe sowie eine High Standard HDM Pistole mit eingebautem Schalldämpfer. Diese Waffe wurde in der Regel von amerikanischen Geheimdiensten genutzt. Am 10. Februar 1962 wurde Powers gegen den sowjetischen Spion Rudolf Abel ausgetauscht, der von den Amerikanern verhaftet worden war.

Der Artikel erschien im Original bei unserem Kooperationspartner Russia beyond the Headlines.