Dumaabgeordneter strebt Verbot frei zugänglicher Porno-Webseiten in Russland an

Dumaabgeordneter strebt Verbot frei zugänglicher Porno-Webseiten in Russland an
Milonow gilt auch als Initiator der Jugendschutznovelle, die Werbung für "nicht traditionelle sexuelle Beziehungen" gegenüber Minderjährigen in Russland untersagte.
Der russische Abgeordnete Witali Milonow, hat das Ministerium für Kommunikation dazu aufgefordert, ein neues Altersüberprüfungssystem für Internetbenutzer zu entwickeln. Pornografie-Websites, die es ablehnen, dieses einzusetzen, sollen verboten werden.

Ich bitte Sie, mögliche Schritte zu erwägen, um die bestehende Betriebsweise aller auf Erotik und Pornografie spezialisierten Webseiten auf dem Territorium der Russischen Föderation zu ändern", äußerte Milonow in seinem Schreiben an das Ministerium.

Es sei notwendig, ein Verbot der Arbeit dieser Websites im freien Zugangsmodus, einen wirksamen Altersüberprüfungsmechanismus sowie ein Verbot der uneingeschränkten Werbung für solche Webseiten im Internet einzuführen, fügte er hinzu.

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Der Politiker schlägt auch vor, den Zugang zu allen freien Pornowebseiten in Russland bereits zu blockieren, bevor ein wirksamer Mechanismus der Altersüberprüfung entwickelt und umgesetzt wird.

Milonow: Studienergebnisse lassen Entwicklungsschäden befürchten

Milonow warnte davor, dass derzeitige Gesetze es nicht verhindern, dass minderjährige Internetnutzer Webseiten mit erotischen oder pornografischen Inhalten besuchen und dass solche Inhalte psychische Schäden an Kindern verursachen können.

Er führte mehrere Studien in den Bereichen der Psychologie und der Psychiatrie an, die besagen, dass ein frühes Interesse an Sex zu mannigfaltigen, gravierenden Schäden in der Entwicklung eines Kindes führen kann. Außerdem betonte der Abgeordnete, dass Kinder selbst nicht in der Lage sind, diese potenziellen Gefahren einzuschätzen.

Prononcierter Verfechter christlich-orthodoxer Wertmaßstäbe

Milonow merkte an, dass ein vollständiges Verbot freier Pornosites eine der wirksamsten Maßnahmen sei, die, so der Politiker, bereits von anderen Staaten getestet wurden, um den Zugang der Kinder zu solchen Inhalten zu regeln. Er führte kein bestimmtes Land als Beispiel an. Bekannt ist aber, dass es beispielsweise in den USA parallel zur zunehmenden Verbreitung des Internets in Privathaushalten mehrere Vorstöße gab, um Personen unter 21 Jahren am Zugang zu Pornografie zu hindern.

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Witali Milonow begann seine politische Karriere noch in den frühen 1990er Jahren. Vor einigen Jahren bekam er weltweite Aufmerksamkeit, als er jenen Entwurf zur Ergänzung des russischen Jugendschutzgesetzes vorlegte, der jede Propaganda für "nicht-traditionelle Sexualität" gegenüber Minderjährigen verbot. Das Gesetz wird in den Massenmedien normalerweise als das "russische Verbot homosexueller Propaganda" beschrieben.

Auch andere Gesetzvorschläge, die er bereits eingebrachte hatte, entsprangen in erkennbarer Weise seiner überzeugten christlich-orthodoxen Haltung. Zum Beispiel schlug er im Jahr 2012 vor, menschlichen Embryonen die gleichen Rechte wie lebenden Personen zu geben. Eine seiner in jüngerer Zeit erhobenen Forderungen war es, Ermittlungen gegen russische Freimaurer zu starten, um deren Tätigkeit auf staatsgefährdende Aktivitäten zu überprüfen.

Der Dumaabgeordnete Witali Milonow (Einiges Russland).

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