Russische Menschenrechtsbeauftragte befürwortet allgemeine Wehrpflicht für Frauen in Russland

Russische Menschenrechtsbeauftragte befürwortet allgemeine Wehrpflicht für Frauen in Russland
Tatjana Moskalkowa sagt, dass der Ausschluss von Frauen von der allgemeinen Wehrpflicht eine Verletzung der Menschenrechte sei und versprach, das Problem in naher Zukunft zu lösen. Das Verteidigungsministerium erklärt, dass Wehrdienst eine Pflicht und kein Recht sei.

Vielleicht werde ich hier keine Unterstützung von allen bekommen, aber ich denke, dass das Recht unserer Mädchen, den Wehrdienst als Rekruten zu leisten, verletzt wird. Sie können keine Erlaubnis dafür bekommen, und das ist falsch", sagte Tatjana Moskalkowa, als sie auf dem internationalen Bildungsjugendforum Terra Scientia sprach.

Moskalkowa fügte hinzu, dass die Regierung mehr Unterstützung von militärischen Rentnern, Witwen und Waisen von verstorbenen Soldaten leisten sollte.

Das Verteidigungsministerium kommentierte die Worte der Ombudsfrau am Donnerstag und erklärte gegenüber dem Fernsehsender Swesda, dass die Besatzung der Streitkräfte derzeit aus eingezogenen Rekruten und Zeitsoldaten zusammengestellt ist und die Rechte der Frauen nicht verletzt wurden.

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Das Ministerium fügte hinzu, dass die Wehrpflicht für Männer eine Pflicht sei, kein Recht, und dass Frauen freiwillig den Streitkräften beitreten und einen Rang vom Rekruten bis zum General erreichen können. Beim russischen Militär seien derzeit etwa 45.000 Frauen tätig, von denen die meisten in den Kommunikationstruppen, Logistikeinheiten und in Militärschulen dienen. Die Gesamtzahl der aktiven Militärdienstleute liegt derzeit bei rund 830.000.

Das russische Gesetz verpflichtet alle männlichen Bürger im Alter von 18 bis 27 Jahren, ein Jahr beim Militär zu dienen. Ausgenommen sind Menschen mit gesundheitlichen Problemen, Alleinerziehende, deren Eltern in Rente sind, Personen mit Kleinkindern und einige andere Gruppen.

Nach den neuen Regeln, die Anfang 2016 eingeführt wurden, haben Staatsbürger, die für ein Jahr zum Wehrdienst eingezogen werden, jetzt das Recht, sofort Zeitsoldat zu werden, wobei die Mindestdauer des Vertrags doppelt so lang ist. Dies ist Teil einer größeren Reform, die im Jahr 2008 begann und auf einen vollständigen Übergang zu professionellen Streitkräften in der Zukunft abzielt.

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Im April 2015 sagte der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu zu Reportern, dass zum ersten Mal in der russischen Geschichte die Zahl der Vertragssoldaten die Zahl der Wehrpflichtigen überschritten hatte: 300.000 zu 276.000 Soldaten.

Nach öffentlichen Meinungsumfragen glauben allerdings etwa 58 Prozent der Russen, dass die Behörden die allgemeine Wehrpflicht nicht abschaffen sollten, während 37 Prozent eine vollkommen professionelle Armee bevorzugen würden.

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