Schwieriges Alter: Jugendkriminalität geht in Russland seit Jahresbeginn um 22 Prozent zurück

Schwieriges Alter: Jugendkriminalität geht in Russland seit Jahresbeginn um 22 Prozent zurück
Schwieriges Alter: Jugendkriminalität geht in Russland im letzten halben Jahr um 22 Prozent zurück
Die Zahl von Jugendlichen, die Verbrechen begangen haben, hat im Laufe des ersten halben Jahres 2017 um 22 Prozent im Vergleich zum vorigen Jahr abgenommen. Das teilte das russische Innenministerium mit. Wie der Pressedienst der Behörde berichtete, stellt die Abnahme der Jugendkriminalität eine feste Tendenz dar.

Die Experten meinen, dass die neue staatliche Jugendpolitik, neue Maßnahmen zur Kriminalprävention sowie die Entwicklung der Freiwilligenarbeit in Russland einen großen Beitrag dazu geleistet haben.

Diese Dynamik zeugt davon, dass die staatlichen Maßnahmen in dieser Richtung erfolgreich sind, sowie, dass die Behörden ihre Methoden der Präventionsarbeit mit Jugendlichen ständig verbessern.

Der Vorsitzende des Duma-Ausschusses für Arbeit, Sozialpolitik sowie Veteranenangelegenheiten, Jaroslaw Nilow, erklärte, dass die russische Regierung in der letzten Zeit Jugendprogrammen mehr Aufmerksamkeit schenkt. Gerade das konnte die Abnahme der Jugendkriminalität beeinflussen. Um die Situation aber wesentlich zu verändern, muss man sich noch sehr viel Mühe geben, teilte der Abgeordnete mit.

„Man hat die Herangehensweise an die Jugendpolitik geändert und daran gedacht, wie unsere Jugendlichen leben, und was für sie wichtig ist. Wenn wir positive Veränderungen haben, müssen wir das begrüßen und dürfen nicht diese Tendenz einstellen. Es ist notwendig, dass junge Leute lernen, wie sie Geld verdienen und ihre Freizeit verbringen können. Mittlerweile haben nicht alle solche Möglichkeit. Man muss mit jungen Leuten eine für sie verständliche Sprache sprechen. Man muss im Internet den gesunden Lebensstil popularisieren und auf richtige Lebenseinstellungen orientieren“, betonte Nilow.

Eine breite Auswahl von Möglichkeiten für die Selbstverwirklichung ist das wichtigste Instrument für Kriminalprävention unter den Jugendlichen, meint der Vizepräsident des russischen Kriminologenverbandes, Igor Sundiew. Er ist überzeugt, dass die Zahl dieser Möglichkeiten in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat.

Nicht alle Experten stimmen jedoch zu, dass die Situation der Jugendkriminalität sich in Russland verbessert. Die Direktorin des Zentrums für soziale Adaptation, Julia Nikitina, sprach von einer Veränderung, die derzeit sehr wichtig ist: Zuvor begangen die Jugendlichen vor allem solche Verbrechen wie Raub oder Diebstahl – nun beschäftigen sie sich mit dem Drogenhandel und bleiben dabei unbestraft, da solche Straftat, falls sie von Minderjährigen begangen wird, als eine Ordnungswidrigkeit qualifiziert wird.

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