Zweiter Weltkrieg: Freigegebene sowjetische Dokumente zeigen polnische Dankbarkeit für Befreiung

Zweiter Weltkrieg: Freigegebene sowjetische Dokumente zeigen polnische Dankbarkeit für Befreiung
Das russische Verteidigungsministerium hat Dokumente über die Weltkriegsjahre 1944 und 1945 in Polen freigegeben, die die Nazi-Gräueltaten und die positive Haltung des polnischen Volkes gegenüber seinen Befreiern beschreiben.

"Die im Juli 2017 freigegebenen historischen Dokumente wurden niemals in Quellen veröffentlicht, die der Allgemeinheit zugänglich waren, und sie waren nur für einen begrenzten Fachbereich verfügbar", so eine Erklärung des Pressedienstes des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation.

Das Ministerium merkte auch an, dass alle diese Dokumente, zu denen auch Feldberichte, Zeugnisse und Telegramme gehören, zeigen, dass die Haltung der Polen gegenüber sowjetischen Militärdienstleuten eine positive war. Zum Beispiel heißt es in einem Telegramm der polnischen Patriotenvereinigung, dass polnische Bürger, die in der so genannten Armia Ludowa, zu Deutsch Volksarmee, auf der sowjetischen Seite kämpften, eine Brücke schufen, die zwei brüderliche Nationen verbindet.

Mehr lesen:Polen: Präsidentenanordnung bestätigt Abriss sowjetischer Denkmäler

Ein besonders signifikantes Dokument der prokommunistischen polnischen Untergrundarmee vom Juli 1944 fordert alle Polen auf, sich dem Kampf gegen die Nazi-Besatzer anzuschließen. "Wir freuen uns auf die Rote Armee, unseren Verbündeten, der große Erfolge beim Kampf gegen die Deutschen verzeichnet. Helfen Sie unserem Militär und den sowjetischen Truppen, die deutschen Kräfte zu zerschlagen", steht in dem Schreiben.

Sowjetische Armee dokumentierte Verbrechen deutscher Truppen

Das Verteidigungsministerium hob außerdem die Bedeutung zahlreicher Berichte sowjetischer Militärs hervor, die Fälle von Massenhinrichtungen, Folter und Plünderungen beschrieben haben, die von den deutschen Truppen gegen die polnische Zivilbevölkerung begangen wurden. Zudem dokumentierten sie die barbarische Zerstörung der zivilen Infrastruktur und des historischen Erbes durch deutsche Einheiten.

Die Freigabe der Dokumente erfolgte, nachdem die Führung in Polen Ende Juni ein Gesetz auf den Weg gebracht hatte, das jede Propaganda von totalitären Regimen, einschließlich der Erwähnung ihrer Namen, auf Gebäuden oder anderen architektonischen Stätten verbietet. Das Gesetz weckt Ängste, dass dies zur Zerstörung von Denkmälern für Soldaten der Roten Armee führen wird, die für die Befreiung Polens von den Nazis starben.

Mehr dazu:Polnisches Parlament stimmt für Abriss aller 500 sowjetischen Denkmäler im Land

Russische Beamte und Politiker haben das neue Gesetz bereits als Versuch kritisiert, die Geschichte neu zu schreiben und die Erinnerung an die sowjetischen Truppen zu schwärzen. Im Unterschied zur nationalistischen Armia Krajowa, der Heimatarmee, die im Zentrum offizieller Gedenkveranstaltungen steht, versucht die polnische politische Rechte aus ideologischen Gründen, den antifaschistischen Widerstand aus der prokommunistischen Armia Ludowa kleinzureden.

Kritik aus der Duma an polnischen Nationalisten

Der Dumaabgeordnete Dmitri Sablin sagte gegenüber Reportern, dass die polnischen Behörden es versäumt hätten, aus der Geschichte zu lernen:

Derartige Leute flirteten mit Hitler vor dem Krieg und rissen sich Stücke der besetzten Tschechoslowakei unter den Nagel. Jetzt versuchen sie, ihre Schuld gegenüber denjenigen zu vergessen, die ihr Land vom Nationalsozialismus befreiten.

Das russische Außenministerium verkündete in einer offiziellen Erklärung, dass die jüngsten Aktionen der polnischen Regierung die Beziehungen zwischen den beiden Nationen weiter belasten könnten.

Niemand versucht, die Tatsache zu verbergen, dass der hauptsächliche Schlag gegen Denkmäler und andere Gedenkstätten geführt wird, die zu Ehren der Leistung der Roten Armee errichtet wurden, die Polen vom Nazi-Joch befreite und das polnische Volk vor völliger Zerstörung bewahrte", heißt es im Dokument.

Polen war im Zeitraum zwischen 1939 und 1945 durch deutsche Truppen okkupiert worden. Etwa sechs Millionen Polen, 20 Prozent der Bevölkerung des Landes, starben während des Krieges und der Besatzung. Über 40.000 sowjetische Soldaten gaben für die Befreiung Polens ihr Leben.

ForumVostok