Exklusiv: Russland verlegt Luftabwehrsysteme an Grenze zu Nordkorea wegen möglichem US-Angriff

Exklusiv: Russland verlegt Luftabwehrsysteme an Grenze zu Nordkorea wegen möglichem US-Angriff
Russlands Außenminister Sergej Lawrow warnte die USA, militärische Aggressionen werden den Konflikt mit Nordkorea nicht lösen. Bildquelle: Twitter
Russland hat Luftabwehrsysteme an seine fernöstliche Grenze zu Nordkorea verlegt, berichteten Augenzeugen am Mittwoch. Russische Militärkreise bestätigten heute gegenüber RT Deutsch diese Verlegung. Ein Video in den sozialen Medien zeigt das Verladen zahlreicher Systeme vom Typ Tor auf Züge an die Ostgrenze Russlands.

von Ali Özkök

Das Video eines russischen Augenzeugen, das sich viral auf Twitter verbreitete, zeigt einen Zug, auf den zahlreiche Panzerfahrzeuge geladen waren. Nach Informationen des investigativen Portals Already Happened machte der namentlich ungenannte Augenzeuge drei Züge aus, die mit Systemen beladen gewesen sein sollen, die an das Flugabwehrraketensystem Tor erinnern.

Die Züge sollen laut diesem in Richtung "Grenze von Nordkorea" gefahren sein. Am Dienstag berichtete bereits die britische Tageszeitung Express von ähnlichen Verlegungen nach Wladiwostok, 130 Kilometer von der nord-koreanischen Grenze entfernt. Nordkorea hat eine gemeinsame Grenze mit Russland entlang des Flusses Tumen im äußersten Nordosten des Landes.

Gemeinsame Landgrenze von Nordkorea und Russland

Das Tor-System dient zur Verteidigung von Bodenzielen gegen Angriffe von Kampfflugzeugen, Hubschraubern, Marschflugkörpern sowie Drohnen - vom Tiefflug bis zu einer Höhe von sechs Kilometern. Es kann insbesondere auch kleine Lenkwaffen oder Präzisionsbomben verfolgen und bekämpfen, die von höher fliegenden Flugzeugen abgefeuert wurden. Das Fahrzeug kann dabei in Bewegung bleiben und ist somit durch derartige Waffen selbst nur schwer zu treffen, schreiben öffentlich zugängliche Quellen über das Tor-System.

F-22 Kampfflugzeuge fliegen über die Osan Luftwaffenbasis in Pyeongtaek hinweg, Südkorea, 17. Februar 2016.

Ich hoffe, dass es keine einseitigen Aktionen geben wird, wie wir es vor kurzem in Syrien gesehen haben. Außerdem hoffe ich, dass Trump seinen selbstgesetzten Richtlinien aus dem Wahlkampf Folge leistet", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow in Bezug auf die Erklärung des US-Vizepräsidenten Mike Pence am Montag bei seinem Besuch in Südkorea.

Die Welt durfte "die Stärke und Entschlossenheit von Präsident Trump in Syrien und Afghanistan miterleben", sagte Pence. Er warnte Nordkorea, die "Entschlossenheit oder Stärke der US-Streitkräfte nicht zu testen".

Der Kriegsberichterstatter und Oberst der Reserve Aleksander Iwanowitsch Schilin bemerkte im Gespräch mit RT Deutsch, dass die USA mit neuen Truppen im pazifischen Raum den Konflikt mit Nordkorea, das mit Raketentests seine Umgebung im Atem hält, zusätzlich anheizen. Er sagte:

Zweifellos hat sich heute die Spannungszone an die koreanische Halbinsel heranbewegt, aber die Bedrohung geht nicht von Nordkorea aus. Sie kommt aus den USA, die eine Art Stoßtrupp in diese Region entsandt haben. Erst dadurch wurde möglich, dass eine heiße Phase des Konfliktes beginnen kann, darunter auch ein Schlagabtausch zwischen Nordkorea und Südkorea.

Amphibische Kriegsschiffe der US-Marine vor der Küste der koreanischen Halbinsel, 8. März 2016.

Der Militärexperte bestätigte gegenüber RT Deutsch auch die Truppenbewegung, über die in den sozialen Medien spekuliert worden war, und erklärte:

In unserem Fall [in Bezug auf Russland; RT] geht es um etwas Anderes. Alle unsere Ressourcen werden dafür eingesetzt, die Situation in der Region zu überwachen und gegebenenfalls die Grenzen [Russlands; RT] aus der Ferne zu schützen.

In einem Beitrag für das Analyse-Portal War on the Rocks warnte der Militärprofessor Chris Miller, dass Russland auch eine asiatische Macht sei. Moskau versuche, seine Beziehungen zu China, das stetig an Einfluss gewinnt, mit einer neuen Allianz zu Japan zu ergänzen. In der Vergangenheit versuchte Washington vordergründig wegen der Ukraine-Krise, Russland auch in Asien zu isolieren. Die USA schoben dem wachsenden Austausch zwischen Moskau und Tokio unter der Obama-Regierung einen Riegel vor.

Grenzregion zwischen Russland und Nordkorea (Bildquelle: Google Maps)

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