Putin empfängt doch US-Außenminister Tillerson in Moskau 

Putin empfängt doch US-Außenminister Tillerson in Moskau 
Kremlsprecher Dmitri Peskow hat ein Treffen von US-Außenminister Rex Tillerson mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bestätigt. Eine Vertreterin der US-Botschaft bestätigte am Mittwoch in Moskau, das Gespräch mit Putin habe kurz nach 18.00 Uhr Ortszeit begonnen.

Zuvor hatte Tillerson bei seinem ersten Russland-Besuch mit Außenminister Sergej Lawrow verhandelt. Nach dem Treffen im Kreml ist eine gemeinsame Pressekonferenz von Tillerson und Lawrow geplant.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow nannte gegenüber Tillerson den jüngsten US-Raketenangriff auf die syrische Al-Shayrat-Luftbasis einen "illegalen Angriff auf Syrien" und betonte:

Wir glauben, dass es von großer Wichtigkeit ist, dass solche Aktionen in Zukunft nicht wieder vorkommen."

Der russische Außenminister erläuterte ergänzend, er hoffe, dass die Gespräche dazu beitragen könnten, "Perspektiven für unsere Zusammenarbeit in all diesen Fragen zu klären, in erster Linie mit dem Aufbau einer breiten Anti-Terror-Koalition." Tillerson für seinen Teil sagte, er sei in Moskau, um nach Bereichen zu suchen, in denen Russland und die USA gemeinsame Interessen haben. "Ich freue mich auf einen offenen und freien Austausch, damit wir die US-Russland-Beziehungen von diesem Punkt an besser definieren können", erklärte er.

Ex-CIA-Offizier und Terrorismusexperte Giradi

Tillersons Reise wird überschattet vom tiefen Zerwürfnis zwischen Russland und den USA wegen des Syrien-Konflikts und des US-Angriffs auf eine syrischen Luftwaffenbasis am 17 April 2017.

Der Angriff, der nicht vom Völkerrecht gedeckt war und dem acht Zivilisten sowie fünf syrische Soldaten zum Opfer fielen, wurde einhellig von westlichen Regierungsvertretern begrüßt.

Außerhalb der westlichen Hemisphäre wurde das unilaterale Vorgehen der USA jedoch stark kritisiert. So hinterfragte auf der Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates der bolivianische Vertreter Sacha Llorenti in scharfen Worten das Vorgehen der USA: 

Der Abschuss der Marschflugkörper ist an sich ein unilateraler Akt, welcher den internationalen Frieden und die weltweite Sicherheit bedroht. Die USA haben entschieden, gleichzeitig die Rolle des Staatsanwalts, der Jury und des Richters zu übernehmen. Doch wir vergessen nicht die Bilder von 2003, als Colin Powell im Sicherheitsrat die angeblich stichfesten Beweise über Massenvernichtungswaffen des Iraks präsentierte.

(dpa/rt deutsch)

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