Fast alle unter dreißig: Was bis jetzt über die Opfer von Sankt Petersburg bekannt ist

Fast alle unter dreißig: Was bis jetzt über die Opfer von Sankt Petersburg bekannt ist
Dinara Aliewa kam nach Sankt Petersburg, um Psychologie zu studieren. Die 21-Jährige aus Baku kam bei dem Anschlag am 3. April in der Petersburger Metro um.
Von den 14 Opfern des Anschlages vom 3. April in Sankt Petersburg sind mittlerweile 13 identifiziert. Die meisten von ihnen sind unter 30 Jahre alt. Die Ermittler klären zurzeit, ob der Tatverdächtige in Verbindung mit der Terrormiliz IS stand.

Im Moment der Bombendetonation befand sich der 22-Jährige mutmaßliche Täter Akbarschon Dschalilow überwiegend unter Gleichaltrigen. Viele von ihren waren Studenten und befanden sich auf dem Weg von ihren Lehrveranstaltungen nach Hause. Die Moskauer Zeitung Moskowski Komsomolez veröffentlichte eine Fotostrecke mit Details zum Leben und Tod der Terroropfer.

Verwandte des Terrorverdächtigen Akbarschon Dschalilow in Sankt Petersburg eingetroffen

  1. Mansur Sagadeew - Der 17-jährige Student fuhr vom Kolleg für Telekommunikation nach Hause; er wollte Radiotechniker werden.
  2. Ksenija Maljukowa - Die 18-Jährige machte eine Hebammen-Ausbildung und fuhr aus dem Krankenhaus, in dem sie ein Praktikum macht, zu einem Treffen mit ihrem Freund.
  3. Dinara Aliewa - Die 21-Jährige aus Aserbaidschan studierte in Sankt Petersburg, sie starb im Krankenhaus und wird in Baku bestattet.
  4. Maksim Aryschew - Der 22-Jährige fuhr nach dem Unterricht an der Ökonomischen Universität Sankt Petersburg nach Hause.
  5. Denis Petrow - Der 26-Jährige war Sankt Petersburger Meister im Kickboxen; er fuhr zu seiner Arbeit in den Club Warrior, wo er als Jugendtrainer für Nahkampf arbeitete.
  6. Oksana Danilenko - Die 27-Jährige konnte noch die Schreie von Menschen im Waggon aufnehmen und diese Aufnahme im sozialen Netz Vkontakte veröffentlichen.
  7. Angelina Swistunowa - Die 27-Jährige war Hausfrau und mit einem Militärangehörigen verheiratet. Normalerweise blieb sie am Montag stets zu Hause, den Grund für ihre letzte Metrofahrt wird niemand mehr erfahren.
  8. Irina Medjanzewa - Die 49-Jährige war die Leiterin eines Puppenstudios, sie kreierte künstlerische Puppen. In der Metro fuhr sie mit ihrer Tochter. Während der Explosion bedeckte sie deren Körper mit ihrem eigenen. Ob sie ihrer Tochter dadurch das Leben retten konnte, ist noch unklar; die Tochter befindet sich im Krankenhaus noch im Koma.
  9. Larissa Schtschekina - 67 Jahre alt, Rentnerin.
  10. Jurij Nalimow - 71 Jahre alt, Rentner.

Die Namen der übrigen Opfer sind noch nicht veröffentlicht.

Die russische Regierung sicherte die Zahlung einer Soforthilfe in Höhe von einer Million Rubel (etwa 16.686 Euro) an die Familienangehörigen der Opfer zu, 400.000 bzw. 200.000 Rubel (ca. 6.674 bzw. 3.337 Euro) wird es für Schwer- und Leichtverletzte geben.

Im Moment werden die Eltern des mutmaßlichen Täters, Akbarschon Dschalilow, als Zeugen vernommen. Der 22-Jährige stammt aus Kirgisistan und besitzt seit vier Jahren die russische Bürgerschaft. Die Eltern kamen aus dem Geburtsort des mutmaßlichen Täters nach Sankt Petersburg angereist. Der junge Mann arbeitete in jüngster Zeit in einer Sushi-Bar und galt als unauffällig. Die Eltern wollen es nicht glauben, dass ihr Sohn ein Selbstmordattentat verüben konnte.

In Deutschland sorgte nicht nur das Attentat selbst für Aufsehen. Auch die Art und Weise der Solidaritätsbekundungen offizieller Stellen sorgte für Diskussionen. Nachdem die Weigerung des Berliner Senats bekannt geworden war, das Brandenburger Tor zum Zeichen der Solidarität in den Farben der russischen Fahne anzuleuchten, erntete dieser Schritt viel Kritik.

Performance von Künstregruppe Atelier 21 und Lamaboy. Quelle: Facebook-Account von Lamaboy:

Eine Hamburger Künstlergruppe protestierte auf ihre Weise mit einer Performance gegen das Handeln der Regierenden in Berlin. Vor dem Hamburger Rathaus stellte er am gestrigen Dienstagabend eine Miniversion des Brandenburger Tors in den russischen Nationalfarben auf. Das Hamburger Rathaus zeigte seine Solidarität mit einer Trauerbeflaggung. Der Hamburger Oberbürgermeister Olaf Scholz befindet sich zurzeit in der Partnerstadt Sankt Petersburg, wo er die Ausstellung zum 60-Jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Sankt-Petersburg eröffnet.