Rekonstruktion und Zeugenberichte: Neun Tote bei Explosion in St. Petersburger Metro

Rekonstruktion und Zeugenberichte: Neun Tote bei Explosion in St. Petersburger Metro
Quelle: Twitter - Dainik Navajyoti‏
Lange blieb Russland von blutigen Anschlägen verschont. Nun scheint sich der Terror mit seiner blutigen Handschrift zurückzumelden. Am Montagmittag riss eine Explosionen in der St. Petersburger Metro neun Menschen in den Tod. Die Zahl der Verletzten liegt bei 39.

Auf eine Sprengkraft von rund 300 Gramm Dynamit schätzen russische Behörden die Explosion, die am Montagmittag in St. Petersburg neun Menschen das Leben kostete und 39 weitere Menschen verletzte. Zwischen den U-Bahn-Stationen Sennaya Ploshchad und Technologisches Institut explodierte der Sprengsatz. Zwischenzeitlich wurde von zwei Explosionen berichtet. Auch das russische nationale Anti-Terror-Komittee bestätigte später nur eine Explosion.

Eine Karte zeigt die Orte des mutmaßlichen Terroranschlags in St. Petersburg.

Ein weiterer Sprengsatz detonierte nicht und konnte von den Einsatzkräften unschädlich gemacht werden.

Russlands Staatspräsident Wladimir Putin, der sich zum Zeitpunkt des Anschlags in einem Vorort von St. Petersburg aufhielt, erklärte, man ziehe auch einen terroristischen Hintergrund der Bluttat in Betracht. Kurz nach der Explosion wurde das gesamte Metro-Netz von St. Petersburg stillgelegt und evakuiert. Über den betroffenen U-Bahn-Stationen kreisen Hubschrauber. Die Nachrichtenagentur Interfax berichtete von einem Sprengsatz mit Schrapnellen.

Explosion in U-Bahn in Sankt Petersburg - mehrere Verletzte

Bereits 2010 waren 38 Menschen gestorben, als zwei weibliche Selbstmordattentäter ihre Sprengsätze in der Moskauer Metro zündeten.

Die Bundesregierung sprach ihr Beileid aus. "Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen und ihren Familien", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert per Twitter.

Ein freier Mitarbeiter übermittelte RT Deutsch aus St. Petersburg folgenden Zeugenbericht:

Wir sind eben in die Metro-Station Ladozhkaya eingefahren und kaum waren die Türen offen kamen über den Rundsprecher ziemlich laute und bestimmte Ansagen. Mir war sofort klar, dass irgendetwas ungewöhnliches passiert sein muss. Sofort waren dutzende Polizisten und Sicherheitskräfte vor Ort und begannen die Passagiere zu den Ausgängen zu dirigieren.

Die Passanten waren bemerkenswert stoisch und ruhig aber eine gewisse Nervosität war spürbar - auch fiel mir auf, dass praktisch alle entweder in ihr Smartphone starrten oder telefonierten. Im Nu war dann auch das gesamte Netz überlastet. Die Metro-Station war bemerkenswert schnell evakuiert und abgeriegelt, Polizisten mit Hunden waren ebenfalls zugegen und bewegten sich in die Station. Telefonate über das Mobil-Netz sind immer noch schwierig, das öffentliche Internet ist immer noch stark überlastet.

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