US-Sicherheitsunternehmen rudert bei Hacking-Vorwürfen gegen Russland zurück

US-Sicherheitsunternehmen rudert bei Hacking-Vorwürfen gegen Russland zurück
Das US-amerikanische IT-Sicherheitsunternehmen CrowdStrike hat Aussagen überarbeitet, die es als Stützpfeiler nutzte, um Hacking-Vorwürfe gegen Russland zu formulieren. Der plötzliche Umschwung ist eine Reaktion auf einen Bericht von Voice of America, welcher der Firma die Fehlinterpretation von Daten vorhielt.

Noch im September verlautbarte das US-Sicherheitsunternehmen CrowdStrike, es verfüge über Belege für vermeintliche russische Hacking-Angriffe auf eine ukrainische Artillerie-App, welche letztendlich zu schweren Verlusten der ukrainischen Armee beim Krieg im Osten des Landes geführt hätten.

Ein kürzlich erschienener Bericht des staatlichen US-Auslandssenders Voice of America deckte jedoch auf, dass die vermeintliche Quelle von CrowdStrike, das International Institute for Strategic Studies (IISS), niemals mit dem Sicherheitsunternehmen zusammengearbeitet hat, und das IISS-Datenmaterial den von CrowdStrike gezogenen Schluss auch nicht zulässt. Darüber hinaus dementierte selbst das ukrainische Verteidigungsministerium, den angeblichen Hack.

Edward Snowden per Videokonferenz an der Universität in Buenos Aires, Argentinien, 14. November 2016.

CrowdStrike stand im vergangenen Jahr ebenfalls als erstes an der Front, als es darum ging eine Verbindung zwischen vermeintlichen Hacks von Computern der Demokratischen Partei und Russland zu ziehen. Doch schon damals meldeten zahlreiche Experten für Cybersicherheit Zweifel an der Erzählung an. Auch die Republikanische Partei der USA kritisierte das Unternehmen scharf und bezeichnete den verlautbarten Einfluss Russlands auf die Präsidentschaftswahlen als übertrieben.

Nach der Veröffentlichung des Ukraine-Berichts durch CrowdStrike betonte der Unternehmensmitbegründer Dmitri Alperowitch, seine Firma habe Malware gefunden, die von der Hackergruppe Fancy Bear verwendet wird, der wiederrum Verbindungen zu russischen Geheimdiensten nachgesagt werden. Vergangene Woche dementierte CrowdStrike dann entscheidende Teile des Berichts.

Das Sicherheitsunternehmen betont jedoch, an seiner Analyse festhalten zu wollen, wonach Fancy Bear für Hacks auf ukrainische Militärtechnik verantwortlich sei.

IISS gab hingegen gegenüber Voice of America an:

Wir sind nicht der Meinung, dass die aktuelle Version des CrowdStrike-Berichts Schlüsse zulässt, die auf unseren Daten beruht.

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