Harter Diplomat: Anatoli Antonow gilt als Favorit für russischen Botschafterposten in den USA

Harter Diplomat: Anatoli Antonow gilt als Favorit für russischen Botschafterposten in den USA
Anatoli Antonow gilt als Favorit auf den Posten des künftigen russischen Botschafters in den USA.
Die Russische Föderation wird zeitnah eine Entscheidung darüber treffen, wer künftig das Land als Botschafter in den USA vertreten wird. Die Hinweise verdichten sich, dass die Wahl auf den derzeitigen Vizeaußenminister Anatoli Antonow fallen könnte.

Die Russische Föderation wird voraussichtlich den langjährigen Diplomaten Anatoli Antonow zum neuen Botschafter in den USA ernennen. Dies berichteten mehrere Medien, zuerst der Kommersant, unter Berufung auf Quellen aus dem russischen Außenministerium. Die Staatsduma muss die Ernennung noch bestätigen, bevor Antonow formal seinen Dienst antreten kann.

Die Personalentscheidung zu Gunsten des derzeit noch stellvertretenden Verteidigungsministers ist den Meldungen zufolge bereits im Herbst des Vorjahres gefallen. Damals ging man im Kreml noch davon aus, dass die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, die Präsidentschaftswahlen in den USA gewinnen würde.

Die USA lockern Sanktionen gegen FSB

Antonow, der vom Westen als Hardliner beschrieben wird und auch auf der EU-Sanktionsliste steht, sollte im Angesicht der zu erwartenden weiteren Verschlechterungen im russisch-amerikanischen Verhältnis die geeignete Persönlichkeit sein, um mit der US-Regierung zu verhandeln.

Im Westen kam Antonow zuletzt in die Schlagzeilen, als er unter dem Eindruck des Abschusses eines russischen Kampfflugzeuges an der syrisch-türkischen Grenze im November 2015 erklärte, er verfüge über Beweise dafür, dass die Türkei und sogar die Familie ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan selbst in lukrativen Ölhandel mit der Terrormiliz IS involviert sei.

Der Diplomat ist vor allem Spezialist für militärische Angelegenheiten. Er hat unter anderem an den neuen START-Gesprächen teilgenommen, die im Jahr 2009 begannen und deren Ergebnis 2011 vom US-Kongress und der russischen Staatsduma ratifiziert wurde.

Antonow wurde am 15. Mai 1955 in Omsk geboren und hat am Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen in Moskau im Jahr 1983 seine akademische Ausbildung abgeschlossen. Er arbeitete insgesamt 30 Jahre lang im Außenministerium der UdSSR und später der Russischen Föderation. Im Jahr 2004 übernahm er das Amt des Leiters der Abteilung für Sicherheit und Abrüstung.

Kommen nur noch über den Besuchereingang ins US-Außenministerium, die gefeuerten US-Spitzendiplomaten: Patrick Kennedy, Joyce Anne Barr, Michele Bond  Botschafter Gentry Smith und die Staatssekretärin a.D. für Europäische Angelegenheiten, Victoria

Anfang des Jahres 2011 wechselte Antonow ins Amt des stellvertretenden Verteidigungsministers. Im Dezember des Vorjahres beorderte der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, ihn ins Außenministerium.

Zu dieser Personalentscheidung schrieb Kommersant:

Im Verteidigungsministerium beaufsichtigte Anatoli Antonow die internationale Zusammenarbeit. Seit er ins Außenministerium gewechselt ist, hat er begonnen, sich wieder den Angelegenheiten der militärisch-politischen Sicherheit zu widmen.

Antonow wurde für seine langjährige politische und diplomatische Tätigkeit mit dem Verdienstorden des Vaterlandes (4. Grad) und dem Ehrenorden der Russischen Föderation ausgezeichnet.

Obwohl nach dem Sieg Donald Trumps bei den Präsidentenwahlen größere Chancen für eine Verständigung zwischen den USA und Russland zu erwarten sind, hält der Kreml an Antonow als neuem Botschafter fest. Einen so erfahrenen Diplomaten nach Washington, D.C. zu entsenden, wird auch als Signal bezüglich der Wichtigkeit einer Stärkung der bilateralen Beziehungen verstanden.

Eine offizielle Äußerung zu der künftigen Aufgabe gibt es noch nicht, auch aus dem Umfeld Antonows selbst werden Gerüchte über seine Ernennung vereinzelt noch dementiert.  

Der amerikanische Präsident Donald Trump klopft seinem zukünftigen Außenminister  auf die Schulter: Rex Tillerson wurde mit dem historisch knappsten Ergebnis vom Kongress angenommen. Rechts seine Frau, Renda St. Clair und Vize-Präsident Mike Pennce im Oval Office des Weißen Hauses, 1. Februar 2017.

Auch die USA werden einen neuen Botschafter nach Moskau entsenden. Der von Ex-Präsident Barack Obama nominierte Thomas Pickering galt als Scharfmacher, der sich in den Medien mit einseitiger und aggressiver Agitation gegen sein Gastland in Szene setzte. Gegen einen seiner Vorgänger, den früheren US-Botschafter in der Russischen Föderation Michael McFaul, gilt mittlerweile sogar ein Einreiseverbot.

Von Donald Trump wird erwartet, dass er einen Diplomaten nominieren wird, der gegenüber der Russischen Föderation eine konstruktivere Haltung an den Tag legt. Im Gespräch waren bislang unter anderem der kalifornische Kongressabgeordnete Dana Rohrabacher, der frühere Vertraute des langjährigen Außenminister Henry Kissinger, Thomas Graham, oder Trump-Berater Carter Page.

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