Russland: Terroranschläge in Moskau und Sankt Petersburg vereitelt - FSB nimmt 15 IS-Mitglieder fest

Russland: Terroranschläge in Moskau und Sankt Petersburg vereitelt - FSB nimmt 15 IS-Mitglieder fest
Der russische Inlandsgeheimdienst hat bei einer Razzia 15 Mitglieder einer Gruppe mit Verbindungen zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ festgenommen. Es wird davon ausgegangen, dass die Verdächtigen Terroranschläge in Moskau, Sankt Petersburg und der südlichen Republik Inguschetien planten.

Der Pressedienst des FSB verlautbarte, dass russische Sicherheitskräfte am Samstag eine Verschwörung vereitelten, die zum Ziel hatte, die russische Hauptstadt mit Bomben anzugreifen. Ein Emissär des „Islamischen Staates“ gründete die Terrorzelle in Russland. Dieser wurde bei einer Sonderoperation in Inguschetien von russischen Spezialeinheiten Anfang Oktober in Inguschetien getötet. Weiter geht aus der Erklärung des FSB, die russische Nachrichtenagenturen zitierten, hervor:

„Der FSB Russlands hat die Aktivitäten einer Gruppe unterdrückt, die terroristische und extremistische Verbrechen auf dem Territorium Inguschetiens und Moskaus begehen wollte. Die Gruppe war mit der internationalen Terrororganisation ‚Islamischer Staat‘ verbunden.“

Fünf Mitglieder der islamistischen Organisation wurden in einem Haus festgenommen, in dem sie sich vor dem Zugriff verschanzten. Der FSB stellte in diesem ein umfangreiches Waffenarsenal sicher. Darunter befanden sich fünf Schusswaffen, zwei improvisierte Sprengsätze mit je 10 Kilogramm TNT und Komponenten eines Scharfschützengewehrs.

Die Verdächtigen hinter der Tat kommen aus dem turksprachigen zentralasiatischen Raum. Sie wurden in Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden Tadschikistans und Kirgisistans verhaftet.

FSB-Vertreter legen einem IS-Verdächtigen in Inguschetien Handschellen an.

 Eine [weitere] Operation in Moskau und Sankt Petersburg führte zur Verhaftung von 10 Terroristen. Sie besaßen unter anderem vier improvisierte Sprengsätze in ihren Arsenalen, die beschlagnahmt wurden“, sagte der FSB in einer anderen Erklärung am Samstag. Auch diese „standen im Kontakt mit den Führern der Terroristengruppe ‚Islamischer Staat‘ im Nahen Osten.

 „Die Sicherheitskräfte identifizierten Angriffsziele, Komplizen und eine Unterstützungsbasis der Zelle sowohl in Russland als auch in anderen Ländern“, ergänzte der Pressedienst.

Bei einem Schusswechsel auf einer jordanischen Militärbasis wurden drei dort tätige US-Spezialsoldaten getötet. Von einem Terroranschlag will bis dato keine Seite sprechen.

Bildquelle: Navyseals.com

Der „Islamische Staat“ ist eine terroristische Gruppe. Sie ist vor allem im Irak, Syrien, Libyen und Afghanistan aktiv. In den vergangenen zwei Jahren verübte die Gruppe mehrere große Angriffe auf europäische Städte, wie Paris und Brüssel.

Am 13. November 2015 führte eine IS-Zelle eine Welle von Anschlägen in der französischen Hauptstadt aus. Es starben 130 Menschen, mehrere hunderte Zivilisten wurden verletzt. Im März dieses Jahr führte eine ähnliche IS-Zelle Selbstmordattentate im Flughafen und einer Metro-Station von Brüssel durch. 23 Menschen kamen ums Leben, mehr als 300 weitere wurden verletzt. Die belgische Staatsanwaltschaft bestätigte vergangene Woche:

Die Attentäter erhielten ihre Befehle von einer hohen Persönlichkeit in der Kommandantur des IS.

Russlands Militär ist derzeit in einem Anti-Terrorkampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ und andere Gruppierungen in Syrien verwickelt. Die Gefahr ist hoch, dass IS-Sympathisanten Racheakte gegen Russland verüben wollen.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu schätzte im Juli, dass rund 2.000 Kämpfer von Russland, darunter 17 Warlords, bei russischen Anti-Terroroperationen in Syrien getötet wurden.