Russland schafft geschlossenes Intranet für Militärzwecke

Russland schafft geschlossenes Intranet für Militärzwecke
Russland schafft Internet für Militärzwecke
Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation hat ein elektronisches Netzwerk mit dem umständlichen Namen „Geschlossenes Segment der Datenübertragung“ geschaffen. Das interne Netz hat keinen Anschluss an das Internet.

Nach Angaben der Zeitung „Iswestija“ verfügt das Kommunikationsnetzwerk für Militärzwecke über einen eigenen E-Mail-Service, durch den man streng geheime Dokumente verschicken darf.

Das „Militärinternet“ funktioniert teils auf der Grundlage der von dem russischen  Telekommunikationsunternehmen „Rostelecom“ verpachteten Infrastruktur, teils auf der Grundlage eigener Kapazitäten des Verteidigungsministeriums. Jede Militäreinheit verfügt über spezielle Server, die die Daten verschlüsseln und sie in mehrere „Pakete“ aufteilen. Neben dem eigenen E-Mail-Service gibt es im „Geschlossenen Segment der Datenübertragung“ auch Webseiten, auf die man ausschließlich über die vom Dienst zum Schutz von Staatsgeheimnissen zertifizierten Rechner zugreifen kann.

Um auf die Startseite der Militärressource zu gelangen, muss man in die Suchzeile auf dem geschützten Rechner mil.zs eintippen. Ähnlich dem WorldWideWeb gibt es in dem militärischen Netzwerk Domains des zweiten und dritten Levels. Dabei lassen sich an diese Computer keine Peripheriegeräte wie USB-Sticks, Drucker oder Scanner anschließen. Jeder unbefugte Versuch, das zu tun, wird von einem speziellen Programm registriert. 

Julian Assange bei einer Rede in der ecuadoriansichen Botschaft im Februar 2016

„Nachdem die letzten abschließenden Arbeiten Ende dieses Sommers ausgeführt worden sind, funktioniert das Netzwerk in vollem Umfang. Zurzeit haben wir vor, es auszubauen, indem zusätzliche Terminals in Militäreinheiten und -einrichtungen installiert werden sollen“, zitiert das Blatt eine Quelle in der Militärbehörde.

Die Experten, mit denen „Iswestija“ über das „Militärinternet“ gesprochen hat, finden den Schritt der russischen Militärbehörde richtig und logisch. Im Unterschied zu den US-amerikanischen Pendants (in den Vereinigten Staaten betreibt jede Waffeneinheit ihr eigenes Netzwerk) hat das russische „Militärinternet“ keinen Zugang zum globalen Netz. Alles, was an das Internet angeschlossen ist, könne gehackt werden, so die Experten.

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