Meinungsstudie: Ethnische Spannungen in Russland auf dem niedrigsten Stand seit 2005

Meinungsstudie: Ethnische Spannungen in Russland auf dem niedrigsten Stand seit 2005
Usbekische Einwanderer bei der Arbeit auf einem Feld nahe Krasnojarsk.
Der Anteil jener russischen Bürger, die ethnische Spannungen in den Regionen sehen, in denen sie leben, ist auf 18 Prozent gefallen. Dies ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 2005, als Forscher zum ersten Mal dazu Daten erhoben.

Die Russische Föderation bietet keinen nennenswerten Nährboden für Fremdenfeindlichkeit: Laut einer Studie des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Lewada nimmt die Mehrheit der Bevölkerung in der Russischen Föderation keine ethnischen Spannungen in ihrem Lebensumfeld wahr. Dem Ergebnis der Untersuchung zufolge sehen 79 Prozent der Befragten keine oder nur "sehr geringe" Anzeichen für ethnische Probleme in den Gebieten, in denen sie leben. Nur vier Prozent geben an, die Problematik sei zu kompliziert, um eine simple, direkte Antwort geben zu können.

Gleichzeitig beträgt der Anteil derer, die gewalttätige Auseinandersetzungen aus ethnischen Gründen in Russland grundsätzlich für denkbar halten, 14 Prozent. Im Jahr zuvor betrug dieser Wert 12 Prozent, im Jahr 2009 gar nur 10 Prozent. Die überwältigende Mehrheit der Russen (84 Prozent) glaubt jedoch nicht, dass es ethnische Spannungen im Land gibt, die in Gewalt umschlagen könnten.

Lewada stellte in einem Kommentar zu seiner Untersuchung auch fest, dass der allgemeine Indikator "ethnophobischer" Einstellungen unter russischen Staatsbürgern zurückgegangen sei von ungewöhnlich hohen Werten in den letzten Jahren. Dennoch gab eine signifikante Zahl der Befragten an, dass sie Restriktionen hinsichtlich der Einwanderung von Menschen bestimmter Ethnien und Völker befürworten würden, insbesondere jene von Bürgern ehemaliger Sowjet-Republiken in Zentralasien, Chinesen und Roma.

Quelle: kremlin.ru

Von den Befragten gaben 18 Prozent an, dass sie Initativen der Regierung unterstützen würden, um Aufenthaltsgenehmigungen für alle ethnischen Gruppen mit Ausnahme von Russen zu begrenzen, während 21 Prozent angaben, solche Maßnahmen nicht zu befürworten, was den höchsten Wert an Zustimmung seit 2005 darstellt. Die Ansicht, dass die Regierung nicht versuchen sollte, den Zuzug aus dem Ausland zu begrenzen, sondern diesen stattdessen zum Wohle des Landes zu nutzen, stieß zu 23 Prozent auf Zustimmung.

Eine andere Umfrage, die im letzten Jahr von dem staatlichen Meinungsforschungsinstitut WZIOM durchgeführt wurde, hatte zum Ergebnis, dass 60 Prozent der Russen der Meinung sind, die europäischen Staaten sollten Einwanderer aus dem Nahen Osten nicht abweisen, allerdings sollten diese nach Ende des Krieges und der Gefahr von Terrorangriffen in ihrer Heimat nach Hause zurückkehren.

Eine Mehrheit von 71 Prozent der Befragten sagte, sie erwarte, dass auch die Russische Föderation Menschen, die vor Krieg und Terrorismus flöhen, ihre Türen öffne. 13 Prozent glaubten, dass dies unvermeidlich sei. Neun Prozent der Befragten meinten, dass Einwanderern, die jetzt in Europa ankommen, ein dauerhafter Aufenthalt erlaubt werden sollte, während 14 Prozent äußerten, Europa solle seine Grenzen schließen und keine Einwanderungswilligen mehr aufnehmen.