Russischer Generalstab: "US-Entwicklung von Hyperschall-Waffen bedroht Russland und China"

Generalleutnant Wiktor Posnichir, ein hochrangiges Mitglied des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation, referierte in Peking vor russischen und chinesischen Militärangehörigen über die Konsequenzen US-amerikanischer Hochrüstung.
Generalleutnant Wiktor Posnichir, ein hochrangiges Mitglied des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation, referierte in Peking vor russischen und chinesischen Militärangehörigen über die Konsequenzen US-amerikanischer Hochrüstung.
Der russische Generalstab hat bei einem Treffen mit chinesischen Militärs auf die Bedrohung des strategischen Gleichgewichts durch die geplante weltweite Stationierung von US-Raketenabwehrsystemen sowie den US-Hyperschall-Waffen hingewiesen. Moskau und Peking planen entsprechende Gegenmaßnahmen.

Eine weitere Gefahr für die Sicherheit Russlands stelle die Entwicklung von Hyperschall-Waffen durch die Vereinigten Staaten dar, betonte der erste stellvertretende Chef des Operativen Hauptkommandos des Generalstabs der Streitkräfte Russlands.

Reaktionen aus Moskau und Peking

Generalleutnant Wiktor Posnichir hat zu Beginn der Woche an einem Briefing mit Vertretern der Streitkräfte der Russischen Föderation und der Volksrepublik China in Peking teilgenommen. Dabei hielt er einen Vortrag zum Thema "Das global gestaffelte US-Raketenabwehrsystem als Gefahr für die militärische Sicherheit Russlands und Chinas sowie für die weltweite strategische Stabilität" gehalten. Der hochrangige Offizier erklärte dabei, dass Russland Gegenmaßnahmen zur Stationierung von US-Raketenabwehrsystemen in Europa ergreifen werde.

Russland muss adäquate Gegenmaßnahmen ergreifen, die darauf ausgelegt sind, dass die Pläne der USA und ihrer Verbündeten in Bezug auf die Raketenabwehr das existierende Kräfteverhältnis im Bereich der strategischen Waffen nicht beeinflussen können", mahnte Wiktor Posnichir. "Unseres Wissens nach handeln unsere chinesischen Partner auf dieselbe Weise."

Ein Bradley-Panzer im Jahr 2004 im Irak: Total veraltet, brauchen wir etwas neues...

Der Offizier betonte, dass Moskau Washington mehrmals darauf aufmerksam gemacht habe, dass die US-Abfangraketen russische und chinesische Einrichtungen im Weltraum bedrohen könnten.  

Unsere Initiativen, ein entsprechendes internationales Abkommen zu schließen, das die Besorgnisse der russischen Seite im Zusammenhang mit der Entwicklung des US-Raketenabwehrsystems ausräumen würde, hat die amerikanische Seite nicht akzeptiert", fügte Wiktor Posnichir hinzu.

Hyperschall-Waffen

Der hochrangige Mitarbeiter des Generalstabs gab zudem bekannt, dass Moskau um die Bemühungen zur Entwicklung von Hyperschall-Waffen durch Washington weiß.     

Wir wissen um die in den USA laufenden Forschungen zur Nutzung von МK-41-Startrampen als Grundlage für die Entwicklung von Hyperschall-Waffen. Solche Systeme zeichnen sich durch eine um einige Größenordnungen kürzere Anflugzeit aus, was eine wesentlich größere Gefahr für die Sicherheit Russlands darstellt", erklärte Wiktor Posnichir.

Mangelnder Verhandlungswunsch in Washington

Während seines Vortrags bemängelte das russische Generalstabsmitglied, dass Washington Moskau keine Garantien dahingehend geben möchte, dass das US-Raketenabwehrpotenzial nicht gegen Russland gerichtet wäre. Darüber hinaus blockiere Washington im Rahmen der UN-Konferenz für Abrüstung (UNCD) die Vorschläge Moskaus und Pekings im Bereich der Nicht-Stationierung von Waffen im Weltraum.      

Südkoreanische Luftstreitkräfte schauen auf ein E-3 Sentry AWACS, US-Luftwaffenbasis in Osan, Südkoera.

Die USA und ihre Verbündeten haben auf eine Diskussion über die Errichtung der Raketenabwehr in Europa schlechtweg verzichtet und die ihnen vorgeschlagenen Varianten, die die russischen Interessen berücksichtigen sollten, abgelehnt", teilte Posnichir mit.

Russisch-chinesische Gegenmaßnahmen

Der Offizier erklärte, Russland und China würden die Gefahren und Ziele, die mit einer Erweiterung des US-Raketenabwehrsystems verbunden sind, ähnlich einschätzen. Moskau und Peking würden bezüglich der Minimierung möglicher Risiken für die Sicherheit der beiden Länder eng zusammenarbeiten.    

In diesem Jahr haben wir die ersten gemeinsamen computergestützten russisch-chinesischen Kommando- und Stabsübungen zur Raketenabwehr durchgeführt. Im Laufe der Manöver wurden verschiedene Variante gemeinsamer Handlungen zum Schutz vor Raketenangriffen eines fiktiven Gegners durchgearbeitet, der unweit unserer Grenzen eine Raketenabwehr-Gruppierung stationiert hatte. Eine ähnliche Übung wird auch im Jahr 2017 stattfinden", gab der hochrangige Militär bekannt.