Meinungsumfrage: Trotz Sanktionen wollen Russen mehrheitlich keine Politikänderung

Meinungsumfrage: Trotz Sanktionen wollen Russen mehrheitlich keine Politikänderung
Mehr als die Hälfte der Russen glaubt, dass das Einfuhrverbot für Lebensmittel aus Europa und den USA wirksam ist und bereits positive Ergebnisse liefert. 23 Prozent der Befragten finden, dass diese Politik „sinnlos, absurd und schädlich“ sei und darunter vor allem die Bevölkerung Russlands leide. Das ergab eine Umfrage des russischen Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum.

Die internationale Isolation Russlands wegen Moskaus Standpunkt in der Ukraine-Frage besorgt 78 Prozent der Bürger, 40 Prozent davon stark beziehungsweise stark genug. Jeden fünften Befragten beunruhigt dieses Thema gar nicht. Diese Meinung bleibt seit drei Jahren fast gleich – im Jahr 2015 bekümmerte die mögliche Isolation des Landes 78 Prozent der Russen und 18 Prozent nicht, im Vorjahr 2014 waren es jeweils 80 und 16 Prozent.

Politische und wirtschaftliche Sanktionen des Westens gegen Russland machen 77 Prozent der Befragten Sorgen, 39 Prozent davon sehr große. Keine schweren Gedanken machen sich darüber 21 Prozent. Diese Raten waren 2015 jeweils 78 und 19 Prozent, im Jahr 2014 fast gleiche 79 und 18 Prozent.

72 Prozent der Befragten gaben an, dass die westlichen Sanktionen die wirtschaftliche Situation in Russland verändert haben, 29 Prozent davon wiesen auf bedeutende Abwärtsentwicklung hin. Trotzdem sehen 20 Prozent der Befragten keinen Einfluss dieser Einschränkungen auf die Wirtschaft Russlands.

Als Antwort auf die westlichen Restriktionsmaßnahmen muss Russland seine Politik weiter betreiben, glauben 70 Prozent der Russen (2015 und 2014 waren es 68 Prozent). Nach einem Kompromiss suchen und  Zugeständnisse machen, damit die Sanktionen aufgehoben werden, wollen 21 Prozent der Befragten, 2015 waren dieser Meinung 20 Prozent und 22 Prozent im Jahre 2014.

Gegensanktionen belasten eher den Westen (33 Prozent) als Russland (15 Prozent). Dass sie für beide Seiten gleichermaßen schädlich sind, glauben 42 Prozent der Befragten.

Mehr als der Hälfte der Russen zufolge sei die Politik des Importverbots von Lebensmitteln aus Europa und den USA effizient und bringe bereits positive politische Ergebnisse. Man achte nun Russland in der Welt mehr und gehe auf seine Interessen ein. Dabei finden 23 Prozent der Befragten diese Politik „sinnlos, absurd und schädlich“, darunter leide vor allem die Bevölkerung Russlands. Keine Antwort darauf gaben 19 Prozent.

Die Umfrage wurde im Verlauf des August durchgeführt. Befragt wurden 1.600 Menschen in 137 Ortschaften in 48 Regionen Russlands.