Nach Krimbesuch: Französischer Parlamentarier weist ukrainischen Journalisten zurecht

Nach Krimbesuch: Französischer Parlamentarier weist ukrainischen Journalisten zurecht
Auf einer Pressekonferenz in Moskau fragte ein Kiewer Reporter den Abgeordneten der französischen Nationalversammlung, Thierry Mariani, wieviel Geld er von der russischen Regierung für seine Krim-Reise erhalten habe. Die Antwort des französischen Abgeordneten hatte es in sich.

Die Flagge Russlands, der EU, Frankreichs und Nizzas an der Strandpromenade der Stadt an der Côte d’Azur.

Am 1. August gab der Abgeordnete der französischen Nationalversammlung und Co-Vorsitzender der Vereinigung „Franko-Russischer Dialog“, Thierry Mariani, in Moskau eine Pressekonferenz. Kurz davor waren elf französische Parlamentarier mit Thierry Mariani an der Spitze zu einem dreitägigen Besuch auf die Krim gereist. Der Politiker rief den Westen erneut auf, den Status der Halbinsel als Teil der Russischen Föderation anzuerkennen:

„Die Krim hat im Rahmen eines Referendums durch Stimmenmehrheit ihren Weg gewählt, und jeder in der internationalen Gemeinschaft weiß das. Nun wäre es besser, diese Tatsache endgültig zu akzeptieren und sich mit Problemen im Donbass zu beschäftigen.“

Mariani zufolge sei es wichtig, die Sanktionen gegen Moskau aufzuheben, um die Beziehungen mit Russland zu normalisieren.

Ein ukrainischer Journalist fragte Mariani in diesem Kontext, wieviel Geld die russische Regierung dem Parlamentarier für seine Reise und seinen Standpunkt gezahlt habe. Der Abgeordnete nahm diese Frage als eine Provokation auf und weigerte sich, sie zu beantworten:

„Ihre Frage nehme ich nicht an und werde sie auch nicht beantworten. Ich bin bereit, mir alle Anmerkungen zu der politischen Situation anzuhören, aber ich frage Sie doch nicht, wieviel Sie für solche abscheulichen Fragen bekommen. Also will ich Ihnen nicht antworten und zeige Ihnen nur meine volle Verachtung“.

Der Franzose bemerkte, wenn er selbst ein ukrainischer Journalist wäre, würde er derartige Fragen nie stellen. Er halte diesen Zwischenfall für eine weitere Bestätigung dafür, dass Russland ein freier Staat ist, in dem selbst solch provokative Fragen im Rahmen einer offiziellen Pressekonferenz gestellt werden können. Ferner versicherte Mariani, dass er nun "erst recht" auf die Krim reisen werde.

Am 16. März 2014 stimmten die Krim-Einwohner bei einem Referendum für den Beitritt zur Russischen Föderation ab. Bis heute ist die Eingliederung der Halbinsel nicht international anerkannt, der Westen verurteilte sie und verhängte Sanktionen gegen Russland.