IAAF nennt Leichtathleten für Rio: Russische Sportler müssen CAS-Entscheidung abwarten

Bis zum 18. Juli will der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne darüber entscheiden, welche russischen Athleten tatsächlich bei den Olympischen Spielen in Rio an den Start gehen werden.
Bis zum 18. Juli will der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne darüber entscheiden, welche russischen Athleten tatsächlich bei den Olympischen Spielen in Rio an den Start gehen werden.
Die Internationale Leichtathletikföderation (IAAF) hat auf ihrer Webseite die Liste jener Sportler veröffentlicht, die für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio angemeldet sind. Die Mehrheit der russischen Sportler blieb dabei außen vor. Nun wollen sich bis zu 70 russische Athleten ihre Starterlaubnis vor dem Internationalen Sportgerichtshof erkämpfen.

Bislang veröffentlichten Angaben zufolge wird über die Starterlaubnis russischer Leichtathleten bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in fast allen Fällen der Internationale Sportgerichtshof (CAS) im Wege einer Einzelfallprüfung entscheiden. Unter den Sportlern, über deren Schicksal das zuständige Schiedsgericht für Disziplinarfragen in Lausanne bestimmen wird, befinden sich auch weltbekannte Stars. Diese Regelung betrifft unter anderem die Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa, der Hürdenläufer Sergei Schubenkow und die Hochspringerin Maria Kutschina.

Nur die Weitspringerin Darja Klischina darf ohne vorherige Genehmigung vonseiten des Sportgerichts in Rio antreten. Zuvor hatte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, angeordnet, dass sie zu den Olympischen Spielen nur unter der russischen Flagge angemeldet werden darf, obwohl der Weltleichtathletikverband IAAF bereits ihre Teilnahme an internationalen Wettbewerben als "neutrale" Athletin zugelassen hatte.

Auf der offiziellen Starterliste der IAAF steht auch die Mittelstreckenläuferin und Informantin der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Julia Stepanowa. Die IAAF hat ihr die Startberechtigung erteilt, endgültig über ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio muss jedoch die IOC-Ethikkommission entscheiden.

Die IAAF hatte ursprünglich russischen Leichtathleten im Juni die Teilnahme an internationalen Wettbewerben infolge einiger nachgewiesener Fälle des Dopings sowie einiger weiterer Verdachtsfälle pauschal untersagt. Ein späterer IOC-Gipfel beschloss jedoch, dass Athleten an den Olympischen Spielen in Rio unter der russischen Flagge teilnehmen dürfen, sobald diese von der WADA als sauber "deklariert" worden wären.

Die zweifache Olympiasiegerin im Stabhochsprung, Jelena Issinbajewa, rief in ihrem Instagram-Profil die Sportfans dazu auf, ihre Hoffnung nicht aufzugeben.

Meine Besten, eine riesige Bitte: Achtet nicht darauf, was die IAAF sagt und schreibt. Wir, die russischen Leichtathleten und auch ich, hoffen auf eine positive Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs. Gerade seine Entscheidung wird für uns ausschlaggebend sein, und nur anhand seiner Entscheidung kann man schlussfolgern, ob die Leichtathletikauswahl zu Olympia fährt. Ruhe und keine Panik. Das Beste erhoffen!

Der CAS will seinen Beschluss über den Antritt des russischen Leichtathletikteams bis zum 18. Juli bekanntgeben. Falls der Klage der Sportler stattgegeben wird, werden ungefähr 70 russische Athleten bei den Olympischen Spielen antreten.