Russische Außenamtssprecherin zu homophoben Kommentaren: "Widerlich und jenseits von Gut und Böse“

Ein Mann legt Blumen an der US-Botschaft in Berlin zum Gedenken an die Opfer der Schießerei in einem Nachtclub in Orlando nieder
Ein Mann legt Blumen an der US-Botschaft in Berlin zum Gedenken an die Opfer der Schießerei in einem Nachtclub in Orlando nieder
Homophobe Reaktionen, die die Handlungen des Amokläufers durch die sexuelle Orientierung der Opfer rechtfertigen, seien “einfach widerlich”, schrieb die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, in einer emotionalen Mitteilung auf ihrer Facebook-Seite und fügte hinzu, dass homophobe Kommentare „jenseits von Gut und Böse“ seien.

Das Massaker in Orlando wurde weltweit bedauert und mit solidarischen Trauerkundgebungen begleitet, gleichzeitig kam es aber zu einer Häufungen von homophoben Kommentaren, auch in Russland, die das Massaker mit Verweis auf die sexuelle Orientierung der Opfer rechtfertigten. Daraufhin schrieb Maria Sacharowa auf ihrem offiziellen Facebook-Profil:

„Es wird Zeit Stellung zu nehmen: Entweder menschliches Mitleid oder Mitleid aus politisch-gesellschaftlicher Überzeugung. Fragen nach jeweiligen Vorlieben dürfen nicht mit Waffen gelöst werden. Es ist unmöglich, sogar die richtigsten, traditionellen Werte durchzusetzen, wenn man unbarmherzig ist.“

Eines der Beispiele der Hass-Kommentare in Bezug auf diese Tragödie ist die Schlagzeile, die am Sonntag in der rechts-islamistischen türkischen Zeitung „Yeni Akit“, die zudem als regierungsnah gilt, erschien:

„Die Anzahl der Toten steigt auf 50 in der Bar, die von perversen Homosexuelle frequentiert wurde!“

Die Zeitung habe eine einschlägige Reputation für die Verbreitung von Hassrhetorik gegenüber Minderheiten in der Türkei wie Juden, Armenier, Christen und insbesondere der LGBT-Gemeinschaft, wird die türkische Denkfabrik Hrant Dink Foundation von Daily Mail zitiert.

Bei der Massenerschießung in einem Gay-Club im US-Bundesstaat Florida kamen 49 Menschen ums Leben und 53 wurden verletzt. Damit war dies der opferreichste Überfall durch einen Einzeltäter, der verheerendste Angriff auf die LGBT-Gemeinschaft und der viertgrößte Terroranschlag in der US-Geschichte. Der Attentäter Omar Mir Seddique Mateen, ein 29-jähriger US-Bürger, in einer afghanischen Einwandererfamilie der ersten Generation aufgewachsen, wurde während der Geiselbefreiung durch das SWAT-Team erschossen.