Putin nach Netanjahu-Besuch: „Ich begrüße sehr die Normalisierung zwischen Israel und der Türkei"

Putin nach Netanjahu-Besuch: „Ich begrüße sehr die Normalisierung zwischen Israel und der Türkei"
Am Dienstag hat der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau besucht. Im Rahmen dieses Treffens wurden neben sicherheitspolitischen Fragen die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen, einschließlich der Energiekooperation, diskutiert. Putin äußerte sich auch zu einer möglichen Normalisierung der angespannten Beziehungen zwischen Israel und der Türkei.

„Unsere Türen sind für jedes Unternehmen aus jedem Land mit großer Erfahrung in der Entwicklung von Erdgasfeldern offen, einschließlich derer aus Russland“, sagte Netanjahu bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Er fügte hinzu, es gebe keine legislativen Barrieren, die russische Unternehmen daran hindern könnten, in Israel zu arbeiten.

Unterdessen wurde Putin über den Zustand des Erdgasvertrags mit Polen befragt, der 2022 ausläuft. Der russische Präsident sagte, Gazprom suche nach einem neuen Partner in Europa, der die Mengen Polens aufkaufen könnte. Dabei käme selbstverständlich auch Israel als Kunde in Frage:

„Unsere Partner in Polen haben noch nichts abgelehnt. Die Stellungnahme, über die wir reden, kam aber von einem hochrangigen Offiziellen und das Unternehmen, das Gas von uns kauft, ist in staatlicher Hand. Das ist der Grund, warum wir eine solche Möglichkeit nicht ausschließen.“

Hinsichtlich eigener nationaler Projekte führte der Präsident an, dass für Moskau auch Turkish Stream und South Stream, also Energieprojekte, die Südosteuropa bedienen, nicht vom Tisch seien.

„Alles was wir brauchen, ist eine klare Position von der Europäischen Kommission. Einen klaren, verständlichen und eindeutigen Standpunkt“, sagte Putin. Das Projekt Turkish Stream wurde im Dezember 2015 nach einer rapiden Verschlechterung der Beziehungen zwischen Moskau und Ankara vorläufig auf Eis gelegt. Am 24. November 2015 hatte die türkische Luftwaffe einen russischen Bomber vom Typ Su-24 im türkisch-syrischen Grenzgebiet abgeschossen.

Turkish Stream zielte darauf ab, das Erdgasprojekt South Stream zu ergänzen. South Stream sollte russisches Gas über Bulgarien, Serbien und Ungarn nach Zentraleuropa transportieren.

In den letzten Wochen gab es jedoch vermehrt Anzeichen für eine allmähliche Wiederannäherung zwischen der Russischen Föderation und der Türkei, die zudem auch an einer Normalisierung ihrer seit 2010 massiv verschlechterten Beziehungen zu Israel arbeitet.

Putin erklärte in diesem Zusammenhang, er würde auch eine solche Normalisierung zwischen der Türkei und Israel begrüßen. „Je weniger Probleme zwischen den Regierungen, umso besser.“ Gegenüber der Nachrichtenagentur TASS erklärte Putin, er betrachte den Wiederannäherungsprozess zwischen der Türkei und Israel als „außerordentlich positiv“.