"Am Scheidepunkt" - Putin spricht vor Griechenlandbesuch über Beziehung zwischen Russland und EU

Der russische Präsident Wladimir Putin und der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos
Der russische Präsident Wladimir Putin und der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos
Am Vorabend seines Besuches in Griechenland hat die griechische Tageszeitung Kathimerini einen Kommentar des russischen Präsidenten Wladimir Putin veröffentlicht. Er beschreibt darin, wie er sich die weitere Zukunft beider Länder sowie zur EU vorstellt. Der russische Präsident kündigte an, die Entwicklung der griechischen Infrastruktur zu fördern und Gas unterirdisch über das Schwarze Meer zu liefern. Unlösbare Probleme zwischen der EU und Russland gäbe es nicht, meinte er.

In dem Artikel argumentiert Wladimir Putin, dass es keine unlösbaren Probleme in der Beziehung zwischen Russland und der EU gibt. Er geht davon aus, dass es für eine vielschichtige Partnerschaft unentbehrlich ist, Ansichten und Interessen des jeweils Anderen zu berücksichtigen.

„Jetzt sind Russland und die EU an einem Scheideweg angelangt, wo wir die Frage beantworten müssen, wie wir die Zukunft unserer Beziehungen sehen und in welche Richtung wir gehen wollen. Ich bin überzeugt, dass wir aus den Ereignissen in der Ukraine angemessene Schlussfolgerungen ziehen müssen und an einer wirtschaftlichen und humanitären Zusammenarbeit vom Atlantik bis zum Pazifik, basierend auf Architektur der gleichen und unteilbaren Sicherheit. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist eine Harmonisierung der europäischen und eurasischen Integrationsprozesse."

Wladimir Putin glaubt, dass Europa mit einer wachsenden Konkurrenz aus anderen Einflusszonen konfrontiert ist. Als Beispiel brachte er das Treffen zwischen Russland und der ASEAN in Sotschi an. Dort wurden aktuelle internationale Fragen der Zusammenarbeit in der Region Asien-Pazifik aufgeworfen.

„Es ist klar, dass sich die 'alte Welt' einen würdigen Platz in den neuen internationalen Gegebenheiten nur sicherstellen kann, in Zusammenarbeit mit allen europäischen Ländern, einschließlich Russland."

Präsident Putin betont in seinem Artikel, dass Russland auch weiterhin konsequent die Diversifizierung der Energietransportwege befürwortet. Dies erhöht die Zuverlässigkeit der Versorgung und damit die Energiesicherheit Europas. Dabei ging er auch auf das Projekt „South Stream" ein. Das von Gazprom seit dem Jahr 2006 geförderte Projekt konnte wegen der destruktiven Position der Europäischen Kommission nicht weitergeführt werden.

„Ungeachtet der Tatsache, dass wir das Projekt schließen mussten, ist die Frage der Energielieferungen über die südlichen Routen an die EU-Länder nach wie vor auf der Tagesordnung. Im Februar wurde in Rom von Vertretern von Gazprom, dem italienischen Unternehmen Edison und dem griechischen DEPA eine Absichtserklärung über die Lieferung von russischem Gas unter dem Schwarzen Meer durch Drittstaaten nach Griechenland und Italien unterzeichnet."