Medien: Russland setzt Frühwarnanlage gegen Raketen auf der Krim instand

Schiffe der Schwarzmeerflotte in der Bucht von Sewastopol
Schiffe der Schwarzmeerflotte in der Bucht von Sewastopol
Das russische Verteidigungsministerium wird die Raketenfrühwarnanlage bei Sewastopol instand setzen. Als die Krim der Ukraine angehörte, war sie im Verfall, nun aber werden sie die russischen Militärs wiederaufbauen. In der vergangenen Woche hatte die NATO bekannt gegeben, dass sie ihr erstes Abwehrsystem gegen ballistische Raketen in Rumänien einweiht.

Die russische Anlage auf der Krim kann Abschüsse von Überschall-, Flügel- und Fernflugraketen feststellen, die vom Seeraum des Schwarzen und des Mittelmeeres erfolgen, und dadurch die Verteidigung der Süd- und Westgrenzen des Landes gewährleisten, meldet die Zeitung Iswestija.

„Nach dem Zerfall der Sowjetunion fiel die Raketenfrühwarnanlage in Sewastopol der Ukraine zu, einige Zeit lang wurde sie von Russland gepachtet, aber wegen der Position von Kiew wurde der Vertrag aufgelöst. Die Anlage wurde seit zehn Jahren nicht eingesetzt und verfiel. Der Verlust dieses Objekts wurde 2013 durch die Inbetriebsetzung der Raketenfrühwarnanlage der neuen Generation Woronesch-DM bei Armawir ausgeglichen. Sie deckte komplett die Kontrollzonen der beiden restlichen ukrainischen Ablagen bei Sewastopol und Mukatschewe sowie der Radarstation Qəbələ in Aserbaidschan ab“, sagte der Militärexperte Michail Chodarjonok.

Die Instandsetzung der Raketenfrühwarnanlage bei Sewastopol schafft die Voraussetzungen dafür, dass die Kontrollzone von russischen Überwachungssystemen erweitert werden und sich die Abwehrfähigkeit Russlands erhöht, argumentiert der Professor an der Militärakademie, Wadim Kosjulin.

„Die Instandsetzung der Raketenfrühwarnanlage bei Sewastopol stellt das Funkmessfeld des Raketenangriff-Warnsystems Russlands wieder her. Das gewährleistet die Rundumverteidigung gegen Raketenüberfälle. Im Jahr 2013 verfolgte die Radarstation in Armawir den US-amerikanisch-israelischen Prüfversuchsstart der Sparrow-Zielraketen, die bei der Prüfung der Raketenabwehr verwendet werden. Von der neuen Anlage bei Sewastopol aus werden wir viel weniger auffällige und viel gefährlichere Flügelraketen sehen können. Vom Mittelmeer aus fliegt die US-amerikanische Tomahawk-Rakete etwas länger als zwei Stunden lang nach Moskau. Ihren Start festzustellen und unsere Raketenabwehrsysteme zu steuern wird die Aufgabe der neuen Raketenfrühwarnanlage bei Sewastopol sein“, glaubt Kosjulin.