Saudi-Arabien plant Großinvestition in Tschetschenien und will Antiterrorzentrum finanzieren

Saudi-Arabien plant Großinvestition in Tschetschenien und will Antiterrorzentrum finanzieren
Saudi-Arabien ist bereit, umfassend in die Wirtschaft der russischen Republik Tschetschenien zu investieren. Darunter fällt ein Ski-Ressort sowie die Finanzierung eines Anti-Terror-Zentrums. Dies hat der Präsident der nordkaukasischen Republik, Ramzan Kadyrow, nach dem Besuch einer saudiarabischen Wirtschaftsdelegation am gestrigen Montag mitgeteilt.

Riad beabsichtige demnach, in eine Vielzahl von Projekten in Tschetschenien zu investieren. Die Golfmonarchie wolle unter anderem die Finanzierung von Skiresorts, Hochhäusern in Grosny und ein Anti-Terror-Trainingszentrum übernehmen. Das gab Kadyrow auf seinem Instagram-Account bekannt.

„Wir haben eine breite Palette von Themen hinsichtlich saudischer Investitionen in Tschetschenien diskutiert. Der Gast betonte sein Interesse für Vorschläge der tschetschenischen Regierung“, sagte Kadyrow nach Konsultationen mit dem saudischen Vertreter der Wirtschaftsdelegation, Ahmed el-Khatib.

Kadyrow fügte hinzu, dass laut el-Khatib die russisch-saudischen Beziehungen ein „Allzeithoch“ erreicht hätten. Das Königreich sei dabei, Wirtschaftsprojekte in Russland im Wert von zehn Milliarden US-Dollar zu verwirklichen.

Es wurde eigens eine saudisch-russische Arbeitsgruppe eingerichtet, die eng mit der Regierung in Tschetschenien zusammenarbeiten werde, informierte Kadyrow weiter.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow im Gespräch mit Staffan de Mistura in Moskau am 5. April 2016.

Der tschetschenische Präsident legte zudem dar, dass Saudi-Arabien daran interessiert sei, unter anderem in ein Skiresort in Veduchi und den Wolkenkratzer Ahmet-Tower in der Hauptstadt Grosny zu investieren.

Der saudische Delegationsführer Ahmed el-Khatib bemerkte, dass Riad gewillt sei, in ein Trainingszentrum für Spezialeinheiten zu investieren. Dieses könnte „eine bedeutende Rolle bei der Ausbildung von Anti-Terror-Spezialisten“ spielen.

Während sich die Beziehungen zu Moskau zwar auf wirtschaftlicher Ebene positiv entwickeln, stehen beide Staaten auf dem geopolitischen Parkett zumeist auf unterschiedlichen Seiten. In Syrien unterstützt Riad zahlreiche dschihadistische Milizen, die seit 2011 versuchen Präsident Baschar al-Assad, militärisch zu stürzen. Auch im Nordkaukasus wird der Einfluss Saudi-Arabiens oftmals mit Skepsis beäugt. Der russische Geheimdienst führte die Unterstützung für extremistische Organisationen in der Region nicht selten auf die absolutistische Golfmonarchie zurück.