Landerschließungsprojekt im Osten Russlands soll auch Ausländern offenstehen

Landerschließungsprojekt im Osten Russlands soll auch Ausländern offenstehen
Der russische Präsident Wladimir Putin hat die kostenlose Zurverfügungstellung von Ländereien zur wirtschaftlichen Nutzung im Fernen Osten Russlands genehmigt. Am Montag hat er ein Gesetz unterzeichnet, wonach Russen und Eingebürgerten Grundstücke bis zu einem Hektar kostenlos angeboten werden können.

„Wir sollten mit den regionalen Behörden zusammenarbeiten, so dass Grundstücke in Gebieten mit zumindest minimaler Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden können“, teilte Putin am Mittwoch während eines Treffens mit dem Minister für Entwicklung des Fernen Ostens, Alexander Galuschka, mit.

Dem Minister zufolge könnte solch eine Infrastruktur jeweils einer Gruppe von Landeignern, die mindestens 20 Akteure umfasst, zugutekommen. Er sagte, seit dem Bekanntwerden der Idee zur Landentwicklung hätten sich zahlreiche Menschen dafür beworben.

So soll es etwa eine Bewerbung gegeben haben, die von einer Kooperative aus 200 bis 300 Menschen ausgegangen ist, so Galuschka. Unter solchen Umständen wolle der russische Staat den künftigen Landeignern eine Infrastruktur zur Verfügung stellen, „auch wenn es keine hochentwickelte ist“.

Der Minister sagte auch, dass das Kabinett einen Gesetzentwurf vorbereite, der die Strompreise im Fernen Osten auf die durchschnittlichen Kosten in Gesamtrussland absenken soll.

Die Idee von einem sogenannten „Russischen Homestead Act“ wurde erstmals im Frühjahr 2015 vom Präsidialgesandten für den Fernen Osten, Juri Trutnew, ins Leben gerufen. Er schlug vor, jedem Interessierten, der eine Farm oder ein Geschäft gründen will, kostenlos große Grundstücke für die Bewirtschaftung Ostrusslands anzubieten. Das Programm ist eine Initiative zur wirtschaftlichen Stärkung der vergleichsweise dünnbesiedelten Region.

Interessierten wird damit das Recht gewährt, sich für bis zu einen Hektar Land in den Regionen der Kamtschatka, Primorje, Chabarowsk, Amur, Magadan und Sachalin oder der Republik Sacha sowie der Autonomen Jüdischen Region und Chukotka zu bewerben. Die Ländereien werden zunächst auf fünf Jahre vergeben.

Auch Ausländern ist es erlaubt, sich für das Ländereienprojekt zu registrieren. Die Registrierung der vollständigen Eigentumsrechte ist allerdings erst nach der Einbürgerung von potenziellen Eigentümern möglich.