Kreml-Sprecher Peskow: Für meinen Fehler zu Goldman Sachs und SZ, gab es von Putin was auf die Nuss

Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow.
Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow.
Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hat in einem Interview mit dem TV-Sender „Rossija 1“ eingeräumt, dass er für den Fehler bei der Vorbereitung der jüngsten TV-Fragestunde von Putin "ordentlich was abbekommen hat", und erläuterte weiter, dass er „keinem wünschen würde, vom Präsidenten kritisiert zu werden“. Peskow war verantwortlich für die vom russischen Präsidenten verbreitete Falschinformation, dass hinter der SZ der US-Finanzdienstleister Goldman Sachs stünde.

Der Hauptsitz des Süddeutschen Verlagshauses in München.

Der Kreml-Sprecher hatte sich zuvor bereits bei der Süddeutschen Zeitung für die Behauptung von Wladimir Putin entschuldigt, hinter der SZ stände der US-amerikanische Finanzdienstleister Goldman Sachs. Doch diese Aussage war in dieser Form falsch, wie Peskow eingestand:

„Das war eher unser Fehler, eher mein Fehler, derjenigen, die diese Auskunft vorbereitet haben. Dort gab es wirklich ungeprüfte Information über die Besitzer der Süddeutschen Zeitung, die wir nicht überprüft und dem Präsidenten vorgelegt haben. Wir entschuldigen uns bei der Zeitung.“

Am vergangenen Donnerstag hatte der russische Präsident Wladimir Putin bei seiner TV-Fragestunde „Der Heiße Draht“ behauptet, die Süddeutsche Zeitung gehöre zu einer Holding der amerikanischen Bank Goldman Sachs:

"Von wem kommen diese Provokationen? Wir wissen, dass Mitarbeiter amerikanischer Institutionen dabei sind. Zum ersten Mal ist dieser Artikel in der Süddeutschen Zeitung erschienen, die zu einer Medienholding gehört, die wiederum im Besitz des amerikanisches Unternehmens Goldman Sachs ist. Überall schauen die Ohren heraus, aber sie werden nicht einmal rot."

Doch diese Behauptung war in dieser Form nicht korrekt und beruhte auf einem missverständlichen Artikel im Focus, der in Folge Eingang in Wikipedia fand. Tatsächlich ist die Süddeutsche Zeitung eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Süddeutschen Verlags. Dieser gehört zu 81,25 Prozent der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH) und zu 18,75 Prozent einer Münchner Verlegerfamilie. Auch diese Medienholding hat nach Angaben von Stefan Hilscher, Geschäftsführer der Süddeutschen Zeitung keine Verbindung zu Goldman Sachs:

"Die SWMH besitzt keine gesellschaftsrechtlichen Verbindungen zu Goldman Sachs."

Die SWMH erwarb die Mehrheit an der SZ im Jahr 2008 von vier Münchner Verlegerfamilien. Damals hatte auch der Stuttgarter Verleger Dieter von Holtzbrinck Interesse an dem Erwerb der SZ und dazu die Investmentbank Goldman Sachs an Bord geholt. Allerdings entschieden sich die vier Verlegerfamilien schlussendlich gegen Holtzbrinck und Goldman Sachs.