Russlands Ermittlungskomitee bezeichnet "Yukos"-Privatisierung 1995 als illegal

"Was ist schon ein Banküberfall gegen die Gründung einer Bank", dachte sich wohl auch Michail Chodorkowski
"Was ist schon ein Banküberfall gegen die Gründung einer Bank", dachte sich wohl auch Michail Chodorkowski
Beim Erwerb von „Yukos“-Aktien hat es Verstöße gegen das Wettbewerbs- und das Antimonopolgesetz gegeben. Dem russischen Ermittlungskomitee zufolge soll das Team um Chodorkowski zu der Investitionsausschreibung seine Firmen „Laguna“ und „Reagent“ zugelassen und sie bewusst für selbstständige juristische Personen ausgegeben haben. 

Die Privatisierung des Erdölunternehmens „Yukos“ im Jahr 1995 sei mit Verstößen gegen das Wettbewerbs- und das Antimonopolgesetz durchgeführt worden, teilte der Amtssprecher des Ermittlungskomitees der Russischen Föderation, Wladimir Markin, am Freitag mit.

Verlässt ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski den

„Nach Angaben der Ermittler hat das Team um Michail Chodorkowski damals zu der Investitionsausschreibung die tatsächlich ihm gehörenden geschlossenen Aktiengesellschaften ʻLagunaʼ und ʻReagentʼ zugelassen und sie bewusst für selbstständige juristische Personen ausgegeben“, sagte Markin.

Die Ausschreibung hatte zwar „Laguna“ gewonnen. Für den Aktienerwerb war aber die Aktienbank „MENATEP“ aufgekommen. Das Bankkapital hatte zum größten Teil aus Anlagen der Kunden bestanden. „Laguna“ hatte über keine eigenen Mittel verfügt. Dabei hatte die Firma der Bank das Geld nicht zurückerstattet. Einige Jahre später hatte „MENATEP“ Bankrott gemacht.          

„Auf diese Weise hat Chodorkowski die Aktien unentgeltlich erworben. Das war nicht sein Geld. In der Tat geht es hier um einen Diebstahl“, erklärte Markin.  

Im Juli 2014 hatte der Schiedshof in Den Haag entschieden, dass Russland die „Yukos“-Aktionäre mit 50 Milliarden US-Dollar entschädigen soll. Russland ging in Berufung. Die ehemaligen Aktieninhaber gingen gleichzeitig in einigen Ländern vor Gericht und forderten, das Vermögen Russlands zu beschlagnahmen. Im Juli 2015 wurde in Frankreich und Belgien russischens Vermögen eingefroren, das die Behörden dieser Länder im Besitz der Russischen Föderation glauben.