Litauischer Geheimdienst verhängt Einreiseverbot gegen russische Journalisten

Litauischer Geheimdienst verhängt Einreiseverbot gegen russische Journalisten
Ein Journalistenteam des russischen Fernsehsenders WGTRK ist aus Litauen ausgewiesen worden, da es eine „Gefahr für die nationale Sicherheit des Landes“ darstellen soll. Die Reporter wollten in Vilnius über das „3. Forum des freien Russlands“ berichten und den Oppositionellen und Schachspieler Garri Kasparow interviewen. Dieser nannte die Reporter jedoch "Scheusal" und schlug auf sie ein. Der litauische Geheimdienst wertet dies als "Provokation des TV-Teams" gegenüber russischen Oppositionellen.

Quelle: RT

Das WGTRK-Drehteam, das am 9. März aus Litauen ausgewiesen worden ist, darf ein Jahr lang nicht mehr ins Land einreisen. „Man hat uns allen in den Reisepass den Stempel gedrückt, dass wir nach Litauen ein Jahr lang nicht einreisen dürfen. Die Beamten des Migrationsdienstes haben uns erläutert, dass das Verbot nur für Litauen gelte.“

„Dabei haben sie zu verstehen gegeben, dass alles möglich sei, und dass es für uns auch in anderen EU-Staaten Probleme geben könne. Von mir aus wäre das dann eine krasse Verletzung der beruflichen Rechte der Journalisten“, so der Berichterstatter Pawel Sarubin. Die Migrationsbeamten hätten den WGTRK-Journalisten über einen Dolmetscher mitgeteilt, dass sie „womöglich“ eine Gefahr für die nationale Sicherheit Litauens darstellen würden. „Niemand wollte uns dabei erklärten, was dieses ʻWomöglichʼ bedeutet, und was man mit der ʻGefahr für die nationale Sicherheitʼ meint. Was hat die nationale Sicherheit Litauens mit russischen Journalisten zu tun? Wir haben keinen Bürger Lettlands belästigt. Wir haben ausschließlich jetzige und ehemalige russische Bürger angesprochen und sie freundlich um ein Interview gebeten.“     

In einem im Internet veröffentlichten Video ist zu sehen, wie der Schachspieler Garri Kasparow und die Kolumnistin Boschena Rynska die russischen Reporter angreifen. Als Pawel Sarubin den Oppositionellen zu interviewen versucht, nennt dieser den Berichterstatter ein „Scheusal“ und schlägt zu.

Die Szene passierte am Rande des „Russischen Forums“, da die russischen Reporter zur vom litauischen Außenministerium in Trakai organisierten Veranstaltung nicht zugelassen waren.

Der Direktor des litauischen Staatssicherheitsdienstes Darius Jauniškis erklärte die Landesverweisung der Journalisten damit, dass das Drehteam die Oppositionellen provoziert habe. „Dieser Fernsehsender ist offen kremltreu. Ich glaube, sie terrorisieren psychologisch die Vertreter der Opposition“, erklärte Jauniškis am Freitag gegenüber der Agentur BNS.

Das dritte „Russische Forum“ wurde vom 8. bis zum 10. März in Trakai und Vilnius ausgetragen. Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Litauen und Russland besprachen dort die Situation in Russland und seine Beziehungen zu dem Westen.