Russland: Oppositionspartei Jabloko nominiert Grigori Jawlinskij als Präsidentschaftskandidat 2018

Grigori Alexejewitsch Jawlinski nach seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat für 2018.
Grigori Alexejewitsch Jawlinski nach seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat für 2018.
Am Wochenende fand in Moskau der zweite Teil des 18. Parteitages der Russisch Demokratischen Partei Jabloko statt. Dabei wurde die Strategie für die kommenden Duma- und Präsidentschaftswahlen festgelegt sowie bereits der Kandidat für die kommenden russischen Präsidentschaftswahlen im Jahre 2018 nominiert: Grigori Alexejewitsch Jawlinski

Grund für die frühzeitige Nominierung ist, nach Angaben von Jabloko, die zentrale Bedeutung der Präsidentschaftswahlen, wohingegen die Dumawahlen im herrschenden System keinerlei Bedeutung hätten.

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"Die momentane Macht ist nur auf ihren Selbsterhalt bedacht", so die Parteivorsitzende Emilia Slabunova gegenüber Kommersant. Um bei den kommenden Wahlen eine Chance zu haben, sei die Zusammenarbeit aller demokratischen Kräfte im Lande notwendig. Aus diesem Grund sollen zur Duma- und zur Präsidentschaftswahlen alle demokratischen Parteien sich auf die gleichen Kandidaten einigen.

So waren bei diesem Parteitag auch ein ehemaliger Abgeordneter von „Gerechtes Russland“ und der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der "Partei der Volksfreiheit", Wladimir Ryschkow, anwesend. Es wurde beschlossen beide auf den Listen der Partei Jabloko zu führen. Im Gegenzug werden sie dafür den Präsidentschaftskandidaten Jawlinskij unterstützen.

Sergej Kowaljow, ebenfalls Mitglied von Jabloko verwies gegenüber Journalisten darauf, dass Kandidaten nicht einfach ernannt werden, sondern durch einen „demokratische Prozess“ ermittelt werden sollten. Dies sei aber bei der Ernennung von Jawlinskij nicht der Fall gewesen. Jawlinskij selber stimmte zu, nach den Dumawahlen an Vorwahlen der Partei Jabloko teilzunehmen.

Parteivorsitzende Emilia Slabunova spricht auf dem Parteitag.
Parteivorsitzende Emilia Slabunova spricht auf dem Parteitag.

Bei den Dumawahlen 2011 erreichte die liberale Jabloko-Partei das bisher beste Resultat seit 2000 mit 3,43 Prozent der Stimmen.