Russland: Grubenunglück im Bergwerk „Sewernaja“: Vier Tote, Schicksal von 26 Kumpeln ungewiss

Eingangsbereich des Bergwerkes „Sewernaja“ in Workuta
Eingangsbereich des Bergwerkes „Sewernaja“ in Workuta
Die Operation zur Rettung von 26 verschollenen Kumpeln in dem durch einen Gebirgsschlag havarierten Bergwerk „Sewernaja“ in Workuta, am Nordende des Ural-Gebirges, läuft weiter. Nach jüngsten Angaben haben sich im Schacht zum Zeitpunkt der Tragödie insgesamt 110 Menschen befunden. 80 von ihnen wurden evakuiert. Vier Menschen kamen ums Leben. Das Bergwerk „Sewernaja“ ist nach dem Gebirgsschlag vorübergehend stillgelegt worden.

Nach Angaben des Katastrophenschutzministeriums hat sich der Gebirgsschlag im Bergewerk „Sewernaja“ am 25. Februar um 14.22 Uhr Moskauer Zeit in 748 Metern Tiefe ereignet. Die Alarmmeldung über die Tragödie im wichtigsten Schacht des Unternehmens „Workutaugol“ kam bei der regionalen Rettungszentrale um 14.31 Uhr Moskauer Zeit an.

An die Unglücksstelle wurden sowohl zivile als auch militärische Bergungskräfte entsandt. Das Bergwerkpersonal befand sich zum Zeitpunkt des Gebirgsschlages in 1 Kilometer Tiefe. Bald konnte man feststellen, dass sich im Schacht zwei Explosionen ereignet hatten, die zu Abbrüchen und einem Brand geführt hatten. Der Betrieb wurde bis auf Weiteres eingestellt. Die Hauptzentrale des russischen Katastrophenschutzministeriums in der Republik Komi richtete ein „Helpdesk“ für Angehörige ein.

Zurzeit können die Behörden den Tod von vier Mitarbeitern bestätigen. Fünf Verletzte wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Ihr Zustand sei stabil. Ein Kumpel liege auf der Intensivstation, so eine Quelle im Gespräch mit RIA Nowosti. Das Schicksal von 26 Bergleuten bleibt ungewiss. Die Rettungsoperation läuft weiter.

Das Ermittlungskomitee Russlands hat eine Strafsache gegen Unbekannt wegen Verletzungen von Sicherheitsregeln angestrengt.

Eine der Ursachen des Gebirgsschlages im Schacht „Sewernaja“ könnte eine Methan-Explosion gewesen sein, hieß es im Katastrophenschutzministerium. Das schloss auch ein Sprecher des Unternehmens „Workutaugol“ in einem Interview für RIA Nowosti nicht aus. „Wir können momentan nicht sagen, was die Tragödie  verursacht hat. Eine vom Katastrophenschutzministerium durchgeführte Expertise weist auf eine mögliche Methan-Explosion hin“, so die Quelle.

Als Gebirgsschlag werden schlagartige Spannungsumlagerungen in kompaktem, sprödem Gestein bezeichnet. Dieser Prozess wird durch eine heftige Schall- und Druckwelle begleitet.